Halbgefrorenes

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Vor Schock erstarrt sind diese Rosenblüten nach dem ersten Nachtfrost Ende November. Foto: Marion Menrath

Gartenbesitzer müssen jetzt stark sein. Allmählich macht der Winter doch ernst. Zudem hat man nicht mehr so viel vom Garten, wenn es morgens beim Weggehen noch dunkel ist und abends beim Heimkommen schon wieder. Mitte vergangener Woche gab es schon einen Vorgeschmack mit zugefrorenen Autoscheiben und schockgefrosteten Rosen in der Nachbarschaft. Bei mir hat es in dieser Nacht die letzten Tomatenpflanzen dahin gerafft. Ich wollte mal sehen, wie lange sie geschützt von der Hauswand vor dem Wohnzimmerfenster durchhalten. Am 26. oder 27. November war es vorbei. Continue reading

Was vom Juni übrig blieb

Premiere: Das erste Rosengelee aus meinem Garten ist schon ganz gut geworden. Dabei habe ich überwiegend weiße Blütenblätter verwendet. Foto: Marion Menrath

Premiere: Das erste Rosengelee aus meinem Garten ist schon ganz gut geworden. Dabei habe ich überwiegend weiße Blütenblätter verwendet. Foto: Marion Menrath

Tschuldigung. Eigentlich hätte an dieser Stelle schon längst eine Bilanz des Rosenmonats Juni stehen sollen. Doch erst fing der Juni zu kühl an. Dann wurde es plötzlich sehr heiß und dann nahte auch noch der Urlaub Ende Juni in Riesenschritten. Plötzlich musste bei der Arbeit und im Garten alles gleichzeitig passieren: Als erstes wurden die Frühkirschen Anfang Juni quasi über Nacht reif.

Nur Steine blieben von den meisten Süßkirschen übrig. Die Amseln waren mal wieder schneller. Foto: Marion Menrath

Nur Steine blieben von den meisten Süßkirschen übrig. Die Amseln waren mal wieder schneller. Foto: Marion Menrath

Leider bekamen die Vögel das als erste mit. 860 Gramm Früchte konnte ich für Kirschpfannkuchen für uns Menschen retten. Vom Rest blieben nur Stiele und Steine. Normalerweise gönne ich den Amseln ja ein paar Früchte. Doch nach dem kühlen Frühjahr waren diese offenbar besonders ausgehungert und es gab sowieso mangels Insekten weniger Kirschen. Jedenfalls verstehe ich jetzt, warum manche Gärtner auf gelbe Kirschen setzen – die sind offenbar für die Vögel weniger attraktiv. Vielleicht denke ich nächstes Jahr neu über ein Netz nach. Doch darin könnten sich auch unschuldige Spatzen verheddern, die als echte Körnerfresser den Schnabel von den Kirschen lassen,

Kurz vor dem Urlaub wurden auch die Stachelbeeren reif: Am Samstag waren sie noch total hart und am Donnerstag drauf lagen sie schon teilweise auf dem Boden. Das Stachelbeerbäumchen ist ein echter Veteran, das in zwölf Jahren schon zweimal mit umgezogen ist und neun Jahre (zuletzt aber mehr schlecht als recht) in einem Topf auf dem Balkon überlebt hat. Also gilt es, seine Erzeugnisse respektvoll zu behandeln und nichts verkommen zu lassen. 1,4 Kilogramm Beeren habe ich noch rasch zusammen mit 2,5 Kilo Erdbeeren zu Marmelade verarbeitet.

Im Vorrat findet sich nun auch etwas Besonderes: Das erste selbstgemachte Rosengelee. Rosen hat mir die Vorgängerin sehr viele verschiedene hinterlassen. Eigentlich wollte ich diese immer schon mal kulinarisch verwenden, doch meist scheue ich davor zurück, die schönen Blüten abzuschneiden. Und bis ich mich entscheide, ist dann die Blütezeit vorbei. Der Monsterrambler hat mir dieses Mal aber die Entscheidung leicht gemacht, denn er wucherte einfach den Briefkasten zu.

Hinter dieser Rambler-Rose verbirgt sich ein Briefkasten. Bei der Wahl zwischen Post und Pflanze muss ein Teil der Rose weichen. Foto: Marion Menrath

Hinter dieser Rambler-Rose verbirgt sich ein Briefkasten. Bei der Wahl zwischen Post und Pflanze muss ein Teil der Rose weichen. Foto: Marion Menrath

Der Mann hatte bei der Entscheidung zwischen Post bekommen und Rose schonen klare Prioritäten, sodass ich dann notgedrungen zur Gartenschere griff und plötzlich massenhaft Rohstoff für Gelee hatte. Verwendet habe ich ein tolles, mit vielen Bildern und Schritt für Schritt erklärtes Rezept aus dem Küchenblog von Barafra: Barafras Kochlöffel.

Meine Rambler-Rosen, vermutlich die  Sorte New Dawn, haben nur einen leichten Rosa-Ton und sind überwiegend weiß. Deshalb gab ich zu den 2,5 Litern Blütenblättern doch noch einige Blüten (etwa fünf) meiner schönen rosa Duftrosen dazu. Die Blütenblätter ließ ich aus Zeitgründen fast zwei Tage in der entsprechenden Menge Wasser einweichen (900 Milliliter Wasser pro Liter Blütenblätter). Dann wird es aber höchste Zeit das Ganze zu kochen, sonst könnte es noch vergammeln. Nach dem Aufkochen muss der Sud abkühlen (damit das Aroma optimal rüberkommt), bevor die Blütenblätter abgeseiht werden. Bei Gelee verwendet man pro 750 Milliliter Sud ein Kilogramm 1:1-Gelierzucker. Weggegossen habe ich von dem Sud übrigens nichts. Ich passe einfach die Menge an Gelierzucker entsprechend an und nehme einen größeren Topf. Fazit: Das Gelee (etwa 10 Gläser) ist total fest geworden, hat eine rosa Farbe und riecht sehr schön nach Rosen. Mir als Konditortochter ist es allerdings etwas zu süß. Beim nächsten Mal probiere ich vielleicht doch den 2:1-Zucker, auch wenn das Gelieren dann schwieriger wird.

Im nächsten Post erzähle ich dann von den fantastischen Blumenwiesen im Urlaub in Südtirol. Eigentlich hatte ich extra einen Laptop mitgenommen, um damit ein bisserl aktueller zu sein. Hüstel: Es fehlte nur leider das Master-Passwort für die Blogs, das derzeit nur auf dem heimischen PC vorhanden ist…

Abschied vom Mai

Die Kirschen haben das Wetter satt. Statt reif zu werden, platzen sie lieber. Foto: Marion Menrath

Die Kirschen haben das Wetter satt. Statt reif zu werden, platzen sie lieber. Foto: Marion Menrath

Nein diesen Mai werde ich mit Sicherheit nicht vermissen. Er brachte viel zu viel Regen, mindestens doppelt so viel wie in normalen Jahren. Und auch der letzte Maitag am Freitag soll noch mal bis zu 40 Liter pro Quadratmeter im Gepäck haben. Selbst der Griesheimer Sand ist irgendwann mal nicht mehr aufnahmefähig.

Dafür knauserte der Mai mit Sonne, die sich kaum einmal einen ganzen Tag lang blicken ließ. Zwei fast schon flügge Jungspatzen haben es nicht geschafft. Sie sind offenbar kurz hintereinander am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag aus dem Nest in der Weigelie in unsere Hofeinfahrt gefallen. Auch die Stare sind plötzlich weg. Dabei saßen deren Junge trocken in einem Dachhohlraum. Zuletzt gesehen habe ich sie am Sonntag. Jetzt ist es auf einmal so ruhig im Garten. Ob sie schon nach Süden aufgebrochen sind?

Im Garten wuchern derzeit Pflanzen wie wild, die ich nicht so schätze. Schlingknöterich und Efeu kämpfen um die Vorherrschaft am Zaun und sind mal wieder dabei, gleich den Rest des Gartens in Besitz zu nehmen. Die frischen Efeublätter ähneln von der Größe her bereits kleinen Feigenblättern.

Die Rosen kränkeln dagegen. Die einen haben Mehltau, die anderen Rostpilze. Da es heute mal ausnahmsweise trocken war, habe ich massenweise rostbefallene Blätter und Triebe herausgeschnitten. Gift kommt mir nämlich nicht in den Garten. Gegen Mehltau soll im Verhältnis 1:9 verdünnte Milch helfen. Auch das habe ich mal ausprobiert. Schaden kanns nicht. Die Alternative wäre ein mittlerer Kahlschlag.

Auch die Kirschen haben es satt, ständig nass zu sein. Die frühreife Sorte platzt lieber, statt reif zu werden. Normalerweise (wenn die Sonne scheint) werden erst die Früchte oben im Bäumchen reif. Diesmal ist es umgekehrt. Das haben selbst die Amseln noch nicht mitbekommen.

Doch nicht alles am Mai war schlecht. Durch das kühle Wetter konnte man den Frühling quasi in Zeitlupe, Blüte für Blüte verfolgen. Die wichtigsten habe ich fotografisch in einer Zeitreise festgehalten, die von der Gegenwart zum Anfang des Monats zurückführt. Und nun freue ich mich auf den Juni. Der Mai kann von mir aus abtreten!

Weigelie in voller Blüte. Im vergangenen Jahr war sie 14 Tage früher dran. Foto: Marion Menrath

Weigelie in voller Blüte. Im vergangenen Jahr war sie 14 Tage früher dran. Foto: Marion Menrath

Alte englische Rosensorte. Dauerregen mag sie aber gar nicht. Foto: Marion Menrath

Alte englische Rosensorte. Dauerregen mag sie aber gar nicht. Foto: Marion Menrath

Die Clematis nutzt den Wilden Wein an der Hauswand als Rankhilfe. Foto: Marion Menrath

Die Clematis nutzt den Wilden Wein an der Hauswand als Rankhilfe. Foto: Marion Menrath

Prächtige alte Frühlingstamariske über der Hofeinfahrt. Bei Dauerregen hängen die mittlerweile verblühten Wedel so tief, dass kein Auto mehr drunterdurch passt. Deshalb musste mittlerweile einiges weichen. Foto: Marion Menrath

Prächtige alte Frühlingstamariske über der Hofeinfahrt. Bei Dauerregen hängen die mittlerweile verblühten Wedel so tief, dass kein Auto mehr drunterdurch passt. Deshalb musste mittlerweile einiges weichen. Foto: Marion Menrath

Das Fliederbäumchen der Sorte Sensation habe ich vor zwei Jahren gesetzt. Dieses Jahr blühte es zum ersten Mal. Die dunkelvioletten Blüten sind weiß gesäumt. Foto: Marion Menrath

Das Fliederbäumchen der Sorte Sensation habe ich vor zwei Jahren gesetzt. Dieses Jahr blühte es zum ersten Mal. Die dunkelvioletten Blüten sind weiß gesäumt. Foto: Marion Menrath

Der Blauregen blühte dieses Jahr zum ersten Mal wieder. Im vergangenen Jahr musste er radikal gestutzt werden, weil die Pergola ersetzt werden musste. Hat leider die Tendenz seine Tentakel zur Nachbarin auszustrecken. Foto: Marion Menrath

Der Blauregen blühte dieses Jahr zum ersten Mal wieder. Im vergangenen Jahr musste er radikal gestutzt werden, weil die Pergola ersetzt werden musste. Hat leider die Tendenz seine Tentakel zur Nachbarin auszustrecken. Foto: Marion Menrath