Übeltäter auf der Spur

Suchbild mit Katze: Ein abendlicher Besucher im Blumenkasten vor dem Wohnzimmerfenster zwischen Goldlack und Lebensbaum. Foto: Marion Menrath

Suchbild mit Katze: Ein abendlicher Besucher im Blumenkasten vor dem Wohnzimmerfenster zwischen Goldlack und Lebensbaum. Foto: Marion Menrath

Möglicherweise bin ich nun per Zufall dem Übeltäter, der meinen Pflanzkübel mit frisch gesäten Radieschen und Salat in eine Katzentoilette verwandelt hat, auf die Spur gekommen. Vom Leid der verhinderten Salatgärtnerin hatte ich schon hier erzählt: Katzenklo

Beim Saubermachen im Frühjahr war ich auch im XXL-Blumenkübel vor dem Wohnzimmerfenster auf längliche, mumifizierte Reste gestoßen, die nach Katzenhinterlassenschaften aussahen. Doch das Wohnzimmerfenster liegt etliche Meter über dem Boden und sieht schwer erreichbar aus. Außerdem versicherten mir Freunde, die selbst eine Katze haben, dass die Miezen fürs große Geschäft einen ruhigen Platz suchen und nicht wenige Meter von fremden Menschen entfernt.

Doch heute Abend huschte in der Dämmerung plötzlich was Schwarzes am Wohnzimmerfenster vorbei. Es war eine der fünf bis sechs Stubentiger, deren Reviere sich in unserem Garten kreuzen. Die kleine Schwarze mit dem weißen Latz und weißen Pfoten dürfte höchstens zwei Jahre alt sein und ist eine der gelenkigsten Besucher.  Oben auf der Pergola ist sie schon öfters spazieren gegangen. Rückt ihr jemand zu sehr auf die Pelle, überwindet sie ohne Mühe den Gartenzaun. An anderen Tagen nimmt sie huldvoll Streicheleinheiten entgegen. Über Vordächer und Mauern ist offenbar auch der Blumenkübel vor dem  Wohnzimmerfenster erreichbar. Und da der Balkon obendrüber alles überdacht, ist dort selbst im Winter ein trockenes Plätzchen zu finden.

Nur die Augen verraten die Mieze. Foto: Marion Menrath

Nur die Augen verraten die Mieze. Foto: Marion Menrath

Seit ich das Radieschenklo nicht mehr saubermache, ist es offenbar uninteressant geworden. Doch das Wohnzimmerfenster ist schon für die Tomaten reserviert, falls diese es noch in diesem Frühjahr schaffen, zu einer brauchbaren Größe heranzuwachsen. Katzendreck brauche ich hier jedenfalls nicht.

Radieschenbeet oder Katzenklo

Schaut harmlos aus, ist aber wahrscheinlich schon heimlich auf der Suche nach der nächsten Toilette im Garten, die gemeine Hauskatze (Foto ähnlich). Foto: Wikipedia

Schaut harmlos aus, ist aber wahrscheinlich schon heimlich auf der Suche nach der nächsten Toilette im Garten, die gemeine Hauskatze (Foto ähnlich). Foto: Wikipedia

Eigentlich liebe ich Katzen. Dass wir keine haben, liegt nur an dem leidigen Problem mit der Ferienbetreuung. Als Gewohnheitstier mag die Katze gar nicht verreisen und in eine Pension mag sie eigentlich auch nicht. Also blieb Susi, der Stubentiger meiner Kindheit, bisher ohne Nachfolger.

Einen ersten Knacks bekam die Katzenliebe in diesem Frühjahr, als ich den Veilchen zuliebe Laub von den Beeten räumte – und dabei voll in ein Katzenklo griff. Egal, was Helge Schneider singt, den Menschen macht das ganz und gar nicht froh. Na ja, selbst schuld, dachte ich andererseits, wenn man ohne Handschuhe Laub wegräumt. Der Boden war lange gefroren und das gepolsterte Plätzchen an der Hauswand war wohl angenehmer als der Rest des eisigen Gartens. Doch so langsam ist jetzt Schluss mit dem Verständnis für die Toilettennöte der Samtpfoten. Und das kam so: Weiterlesen