Erstfrühling mit Forsythien

Erste Blüten an Forsythien

Die Forsythien treiben schon die ersten Blüten. Sie sind Zeigerpflanzen für den Erstfrühling. Foto: Marion Menrath

Kaum steigt die Temperatur um ein paar Grad, geht es mit dem Frühling voran. Die Schneeglöckchen wurden von Krokussen und frühen Osterglocken abgelöst. Amseln fangen zaghaft an, in der Abenddämmerung zu singen und auch das Zwitschern der Spatzen hört sich munterer an. In einigen Gärten treiben schon die ersten Forsythien aus. Der zu den Ölbaumgewächsen gehörende Strauch ist mit seinen leuchtend gelben Blüten eine so imposante und weit verbreitete Erscheinung, das er eine wichtige Zeigerpflanze im phänologischen Kalender ist. Continue reading

Was vom Juni übrig blieb

Premiere: Das erste Rosengelee aus meinem Garten ist schon ganz gut geworden. Dabei habe ich überwiegend weiße Blütenblätter verwendet. Foto: Marion Menrath

Premiere: Das erste Rosengelee aus meinem Garten ist schon ganz gut geworden. Dabei habe ich überwiegend weiße Blütenblätter verwendet. Foto: Marion Menrath

Tschuldigung. Eigentlich hätte an dieser Stelle schon längst eine Bilanz des Rosenmonats Juni stehen sollen. Doch erst fing der Juni zu kühl an. Dann wurde es plötzlich sehr heiß und dann nahte auch noch der Urlaub Ende Juni in Riesenschritten. Plötzlich musste bei der Arbeit und im Garten alles gleichzeitig passieren: Als erstes wurden die Frühkirschen Anfang Juni quasi über Nacht reif.

Nur Steine blieben von den meisten Süßkirschen übrig. Die Amseln waren mal wieder schneller. Foto: Marion Menrath

Nur Steine blieben von den meisten Süßkirschen übrig. Die Amseln waren mal wieder schneller. Foto: Marion Menrath

Leider bekamen die Vögel das als erste mit. 860 Gramm Früchte konnte ich für Kirschpfannkuchen für uns Menschen retten. Vom Rest blieben nur Stiele und Steine. Normalerweise gönne ich den Amseln ja ein paar Früchte. Doch nach dem kühlen Frühjahr waren diese offenbar besonders ausgehungert und es gab sowieso mangels Insekten weniger Kirschen. Jedenfalls verstehe ich jetzt, warum manche Gärtner auf gelbe Kirschen setzen – die sind offenbar für die Vögel weniger attraktiv. Vielleicht denke ich nächstes Jahr neu über ein Netz nach. Doch darin könnten sich auch unschuldige Spatzen verheddern, die als echte Körnerfresser den Schnabel von den Kirschen lassen,

Kurz vor dem Urlaub wurden auch die Stachelbeeren reif: Am Samstag waren sie noch total hart und am Donnerstag drauf lagen sie schon teilweise auf dem Boden. Das Stachelbeerbäumchen ist ein echter Veteran, das in zwölf Jahren schon zweimal mit umgezogen ist und neun Jahre (zuletzt aber mehr schlecht als recht) in einem Topf auf dem Balkon überlebt hat. Also gilt es, seine Erzeugnisse respektvoll zu behandeln und nichts verkommen zu lassen. 1,4 Kilogramm Beeren habe ich noch rasch zusammen mit 2,5 Kilo Erdbeeren zu Marmelade verarbeitet.

Im Vorrat findet sich nun auch etwas Besonderes: Das erste selbstgemachte Rosengelee. Rosen hat mir die Vorgängerin sehr viele verschiedene hinterlassen. Eigentlich wollte ich diese immer schon mal kulinarisch verwenden, doch meist scheue ich davor zurück, die schönen Blüten abzuschneiden. Und bis ich mich entscheide, ist dann die Blütezeit vorbei. Der Monsterrambler hat mir dieses Mal aber die Entscheidung leicht gemacht, denn er wucherte einfach den Briefkasten zu.

Hinter dieser Rambler-Rose verbirgt sich ein Briefkasten. Bei der Wahl zwischen Post und Pflanze muss ein Teil der Rose weichen. Foto: Marion Menrath

Hinter dieser Rambler-Rose verbirgt sich ein Briefkasten. Bei der Wahl zwischen Post und Pflanze muss ein Teil der Rose weichen. Foto: Marion Menrath

Der Mann hatte bei der Entscheidung zwischen Post bekommen und Rose schonen klare Prioritäten, sodass ich dann notgedrungen zur Gartenschere griff und plötzlich massenhaft Rohstoff für Gelee hatte. Verwendet habe ich ein tolles, mit vielen Bildern und Schritt für Schritt erklärtes Rezept aus dem Küchenblog von Barafra: Barafras Kochlöffel.

Meine Rambler-Rosen, vermutlich die  Sorte New Dawn, haben nur einen leichten Rosa-Ton und sind überwiegend weiß. Deshalb gab ich zu den 2,5 Litern Blütenblättern doch noch einige Blüten (etwa fünf) meiner schönen rosa Duftrosen dazu. Die Blütenblätter ließ ich aus Zeitgründen fast zwei Tage in der entsprechenden Menge Wasser einweichen (900 Milliliter Wasser pro Liter Blütenblätter). Dann wird es aber höchste Zeit das Ganze zu kochen, sonst könnte es noch vergammeln. Nach dem Aufkochen muss der Sud abkühlen (damit das Aroma optimal rüberkommt), bevor die Blütenblätter abgeseiht werden. Bei Gelee verwendet man pro 750 Milliliter Sud ein Kilogramm 1:1-Gelierzucker. Weggegossen habe ich von dem Sud übrigens nichts. Ich passe einfach die Menge an Gelierzucker entsprechend an und nehme einen größeren Topf. Fazit: Das Gelee (etwa 10 Gläser) ist total fest geworden, hat eine rosa Farbe und riecht sehr schön nach Rosen. Mir als Konditortochter ist es allerdings etwas zu süß. Beim nächsten Mal probiere ich vielleicht doch den 2:1-Zucker, auch wenn das Gelieren dann schwieriger wird.

Im nächsten Post erzähle ich dann von den fantastischen Blumenwiesen im Urlaub in Südtirol. Eigentlich hatte ich extra einen Laptop mitgenommen, um damit ein bisserl aktueller zu sein. Hüstel: Es fehlte nur leider das Master-Passwort für die Blogs, das derzeit nur auf dem heimischen PC vorhanden ist…