Stau am Fenster

Stau am Fenster: Weil der Winter nicht weichen wollte, war dieses Jahr kein Platz für Tomatensetzlinge. Foto: Marion Menrath

Stau am Fenster: Weil der Winter nicht weichen wollte, war dieses Jahr kein Platz für Tomatensetzlinge. Foto: Marion Menrath

Genau hier würden sie stehen, meine selbst gezogenen Tomatensetzlinge, am Fenster des Arbeitszimmers. Sie wären jetzt drei bis vier Wochen alt und schon einmal von den kleinen Kokosquelltöpfchen in einen größeren Topf verpflanzt worden. Doch ach, hier stehen nirgends kleine Tomaten rum. Dabei hatte ich im Geist schon viel versprechende neue Sorten ausgesucht und auch alte Favoriten, wie Black Krim oder die im vergangenen Jahr erfolgreich getestete Sorte Dasher, wollte ich wieder anbauen.

Doch dazu kam es leider nie. Ich habe den besten Aussaattermin Mitte März einfach verpasst. Sechs Wochen brauchen die Pflänzchen schon, bis sie reif für das Auspflanzen vor dem Wohnzimmerfenster sind. Das es nicht zum Aussäen kam, hat wiederum mit dem hartnäckigen Winter im März zu tun. Ich hätte, um Platz für Tomaten zu schaffen, einige Zimmerpflanzen in den Wintergarten verfrachten müssen. Dort war es aber bis vor 14 Tagen noch viel zu kalt. Und den letzten verfügbaren hellen Platz im Zimmer besetzt eine ausladende Büropflanze, eine Zamioculcas, die leider nicht mit ins neue Büro umziehen durfte.

Natürlich könnte ich immer noch Tomatensetzlinge kaufen. Schließlich dürfen die frostempfindlichen Pflänzchen eh erst Mitte Mai nach den Eisheiligen ins Freie. Und selbst in Gartencentern gibt es mittlerweile verschiedene Sorten zu kaufen, die über “Rot”, “Gelb”, Cocktail- oder Fleischtomate hinausgehen. Doch hier kommt ein zweites Platzproblem ins Spiel, das mit Relikten aus dem Vorjahr zu tun hat:

Bunte Levkojen-Mischung. Foto: Marion Menrath

Die Levkojen-Setzlinge stammen noch aus dem Vorjahr und standen bis jetzt im Wintergarten. Foto: Marion Menrath

Im vergangenen Jahr habe ich, nach einem früheren Fehlschlag, mal wieder mit Levkojen experimentiert. Ich lieben ihren nelkenartigen Duft, der abends besonders intensiv ist. Als ausgewachsene Pflanze sind sie leider nur selten zu bekommen. Deswegen musste ich sie selbst ziehen. Doch obwohl ich sie im April vergangenen Jahres gesät hatte und mir die Mischung als einjährige Sommerblumen verkauft wurden, tat sich 2017 blütenmäßig gar nichts mehr. Da die Garten-Levkoje, Matthiola incana, ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, war ich wir nicht sicher, wie es um die Winterhärte bestellt ist.

Also blieben die mühsam gepäppelten Jungpflänzchen bis vor Kurzem im Wintergarten, wo sie schon angefangen haben zu blühen. Leider neigt mein Garten auch dazu Neugepflanztes einfach zu verschlucken: Ob Buschwindröschen, Maiglöckchen, Elfenblumen, Farne, Bauernorchideen oder angeblich winterharte Fuchsien – das meiste wächst bestenfalls eine Saison und wird danach nicht mehr gesehen.

Ungewöhnliche Bepflanzung vor dem Wohnzimmerfenster: Levkojen und Kohlrabi. Foto: Marion Menrath

Ungewöhnliche Bepflanzung vor dem Wohnzimmerfenster: Levkojen und Kohlrabi. Der Goldlack rechts unten hat sich selbst ausgesät. Foto: Marion Menrath

Damit es den Levkojen jetzt nicht genauso geht, haben sie einen Premiumplatz vor dem Wohnzimmerfenster bekommen. Dort stehen sie gemeinsam mit Kohlrabi-Setzlingen. Ob sich die Kombination zweier Kreuzblütler bewährt, wird sich zeigen. Lange wird das Zusammenspiel eh nicht dauern: In 10 bis 12 Wochen sollten die Kohlrabi gegessen sein. Die Levkojen könnten sich nach der Blüte dann freundlicherweise mal selbst aussäen. Der Goldlack (vorne rechts) und die Löwenmäulchen, die dort früher mal standen, haben diese Chance schon genutzt.

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