Schneeglöckchen-Hype auch in Deutschland

Kleines oder Gwöhnliches Schneeglöckchen.Foto: Wikimedia/Benjamin Gimmel

Schneeglöckchen bilden im Laufe der Jahre kleine Horste, wenn man den Boden in Ruhe lässt. Foto: Wikimedia/Benjamin Gimmel

Sie gehören zu den ersten Blütenpflanzen im Vorfrühling und leiten diesen auch ein: Schneeglöckchen. Wie der deutsche, beschreibt auch der wissenschaftliche Name, Galanthus nivalis, für das Gewöhnliche Schneeglöckchen, diese frühe Blüte. Galanthus ist aus den griechischen Wörtern gála für Milch und ánthos für Blüte zusammengesetzt. Das lateinische nivalis lässt sich als schneeweiß oder schneebedeckt übersetzen.
Auf Englisch heißt das Pflänzchen aus der Familie der Amaryllisgewächse snowdrop (Schneetropfen). Ob das Schneeglöckchen aber in der Lage ist, wie oft kolportiert wird, sich den Weg durch den Schnee mit Thermogenese freizuschmelzen, ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.

Mit oder ohne Thermogenese und auch ohne Schnee bieten die Schneeglöckchen jedenfalls einen erfreulichen Anblick im noch winterlich kahlen Garten. Und weil sie so klein sind, passen sie noch in den winzigsten Vorgarten. Lässt man den Boden dort in Ruhe, bilden die Schneeglöckchen über Tochterzwiebeln im Laufe der Jahre dichte Horste. Für eine weitere Verbreitung sorgen zudem Ameisen, die es auf die fleischigen Anhängsel (Elaisome, griechisch für Ölkörper) der Kapselfrüchte abgesehen haben und diese in ihre Bauten tragen.

Da sich Schneeglöckchen so früh im Jahr entfalten, kommen sie auch mit schattigen Standorten unter Sträuchern gut zurecht. Wenn diese austreiben, sterben die Blätter der Schneeglöckchen schon wieder ab, nachdem die Nährstoffe für die nächste Saison in den Zwiebeln eingelagert worden sind.

Faltblatt-Schneeglöckchen. Foto: Wikimedia/V.Kotyak

Das Faltblatt- oder Clusius-Schneeglöckchen (Galanthus plicatus) kommt in Teilen Rumäniens, der Türkei und der Ukraine vor. Die Blütenblätter sind ballonartig gebläht. Foto: Wikimedia/V.Kotyak

Ausgehend von Großbritannien gibt es einen regelrechten Hype um die angeblich bis zu 1000 Zuchtformen. Neben Galanthus nivalis wird hauptsächlich das Großblütige Schneeglöckchen, Galanthus elwesii, und gelegentlich das Clusius- oder Faltblatt-Schneeglöckchen (Galanthus plicatus) und das Woronow-Schneeglöckchen (Galanthus woronowii) gehandelt. Neben gefüllten Sorten gibt es welche mit gelben Blütenzeichnungen oder sechs gleichgroßen Blütenblättern statt den drei äußeren Blütenblättern und einem inneren Krönchen. Kenner kaufen Schneeglöckchen nur „in the green“, also blühend im Töpfchen. In der Natur sind alle Arten streng geschützt. In Mitteleuropa kommt ursprünglich nur Galanthus nivales vor. Die anderen Arten stammen aus Osteuropa und Vorderasien.

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