Schnee deckt den Garten zu

Rose im Schnee. Foto: Marion Menrath

Der erste Schnee bedeckt Anfang Dezember die letzte Rosenblüte. Foto: Marion Menrath

Die dunkle Jahreszeit ist für Gärtner eine harte Prüfung. Morgens, wenn die Arbeit ruft, können sie meist nur einen kurzen Blick im Tageslicht auf ihre Scholle erhaschen. Abends, wenn sie heimkommen, ist es schon wieder dunkel. Wenn es nicht dunkel ist, regnet es, meist das ganze Wochenende über.  Man kann zwar Kataloge wälzen und Pläne für die nächste Saison machen. Doch zum Pflanzen ist es meist schon zu spät, denn der erste Frost naht.

Im Dunkeln blieb auch lange unbemerkt, dass die Vögel die letzten Äpfel angepickt haben, die letzte Fleischtomate angefressen ist und die Goldfische sich heimlich daranmachen, den Garten zu übernehmen, weil ihr Teich überläuft.

Nicht unbemerkt bleibt, dass das Laub in der Einfahrt bald kniehoch liegt und die Nachbarn nicht amüsiert sind, weil ein Teil der Bescherung zu ihnen herüber weht. Eines Nachts entdeckt die Gärtnerin deshalb im Schein von Mond und Straßenlaternen beim Wegschaufeln, dass die Unterseiten der Blätter das Licht reflektieren. Auch im Garten muss ein Teil des Laubs auf den Wegen weichen. Und dort, wo im Vorfrühling die Veilchen einen Frühstart hinlegen, weil sie sonst von größeren Pflanzen bald verdeckt werden.

Apfel im Schnee. Foto: Marion Menrath

Der erste Schnee hat den letzten Apfel am Baum erwischt. Die Apfelsorte Topaz wurde 1984 in Tschechien gezüchtet und gilt als resistent gegen Schorf. Foto: Marion Menrath

Doch jetzt hat die Gärtnerin erst einmal Ruh’. Das letzte Blatt ist gefallen, der Teich gefroren und der Schnee deckt alles zu. Die letzten Zitrusbäumchen und die Olive sind schon im Winterquartier; nur ein letzter Apfel ist noch zu pflücken.

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