Schlammschlacht im Gartenteich

Der Teich in unserem Garten existiert vermutlich seit mehr als 30 Jahren. Üppiger Pflanzenbewuchs hilft beim Abbau der Nährstoffe. Foto: Marion Menrath

Der Teich in unserem Garten existiert vermutlich seit mehr als 30 Jahren. Üppiger Pflanzenbewuchs hilft beim Abbau der Nährstoffe. Foto: Marion Menrath

Vor einem Jahr stand es schlecht um die Goldfische im Gartenteich. Ein langer Winter und ein kühles Frühjahr führten dazu, dass bis April nichts wuchs rund um den Teich. Normalerweise hilft ein üppiger Pflanzenbewuchs, die Nährstoffe im Wasser abzubauen. Doch als ich damals die Pumpe anstellte, wurde Faulschlamm aufgewirbelt, der das ganze Wasser verseuchte. Die Fische hingen an der Oberfläche und schnappten verzweifelt nach Luft. Seitdem besitze ich einen Teichschlammsauger. Seit Kurzem sorgt zudem ein solarbetriebener Sprudelstein für Belüftung. Dieser sprudelt somit umso intensiver, je heller die Sonne scheint.
Normalerweise hätte ich mir in einem so kleinen Vorgarten keinen Teich gegönnt. Oder allenfalls einen kleinen, nur zeitweise gefüllten Tümpel als Lebensraum für Frösche, Kröten und Libellenlarven. Doch Teich und Fische waren schon da, als wir eingezogen sind.

Der Teich stammt vermutlich noch aus den achtziger Jahren. Damals wurden in Gärten oft alte Bahnschwellen verbaut, mit denen auch unser Teich eingefasst ist. Heute weiß man, dass das zum Imprägnieren verwendete Teeröl gesundheitsschädlich ist. Bahnschwellen sind deshalb Sondermüll und dürfen heute außerhalb der Bahn nicht mehr verbaut werden.

Der Zahn der Zeit nagt auch an imprägniertem Holz. Pflanzen haben in den alten Bahnschwellen Wurzeln geschlagen. Foto: Marion Menrath

Der Zahn der Zeit nagt auch an imprägniertem Holz. Pflanzen haben in den alten Bahnschwellen Wurzeln geschlagen. Foto: Marion Menrath

Vor 1992 verbaute Schwellen haben Bestandsschutz. Sie dürfen aber nicht verändert oder anderweitig verwendet werden.
Nach 30 Jahren ist jedoch auch die härteste Imprägnierung ausgewaschen. Pflanzen haben mitten im Holz Wurzeln geschlagen. Ist es eines Tages völlig verrottet, steht ein größerer Umbau bevor.

Der Teich enthält je nach Füllstand 1500 bis 1700 Liter Wasser. Sechs Goldfische leben darin, plus zwei bis drei kleinere Nachkommen. Eine Pumpe und viele Pflanzen filtern das Wasser, doch das reicht oft nicht mehr. Als Hornkraut und Seerosenblätter vor Kurzem völlig verschlammt waren, wusste ich, dass es wieder höchste Zeit ist für die Schlammschlacht am Gartenteich.
Weil vergangenes Jahr die Zeit drängte und man das Ding selten braucht, habe ich beim Teichschlammsauger in ein Sonderangebot investiert, ohne viele Testberichte zu lesen. Mittlerweile bereue ich das etwas, denn mein Sauger hat nur eine Kammer und nicht wie die professionelleren Geräte zwei.

Manchmal muss Technik wie dieser Teichschlammsauer ran, um überschüssigen Schlamm zu entfernen. Am vorderen Rohr (links) wird mit einer verstellbaren Düse gesaugt. Das kostengünstigere Einkammersystem legt immer wieder Pausen von 25 Sekunden ein, um das Schlammwasser durch den hinteren Schlauch (rechts) in die Botanik zu pumpen. Foto: Marion Menrath

Manchmal muss Technik wie dieser Teichschlammsauger ran, um überschüssigen Schlamm zu entfernen. Am vorderen Rohr (links) wird mit einer verstellbaren Düse gesaugt. Das kostengünstigere Einkammersystem legt immer wieder Pausen von 25 Sekunden ein, um das Schlammwasser durch den hinteren Schlauch (rechts) in die Botanik zu pumpen. Foto: Marion Menrath

Praktisch sieht das so aus: Gesaugt wird mit einem Rohr mit einer verstellbaren Düse, sodass Fische und anderes Getier bleiben, wo sie hingehören. Der Motor des Saugers sitzt in einem einkammerigen Gefäß mit 30 Litern Fassungsvermögen. Ist dieses fast voll, hört das Gerät auf zu saugen. Stattdessen wird das Schlammwasser 25 Sekunden lang über einen zweiten Schlauch abgepumpt. Wenn es gut geht, läuft der Schlamm zwischen Eibe, Wolligen Schneeball und Tamariske und dient den Sträuchern als Dünger.
Bei der Premiere im vergangenen Jahr lief das Brackwasser erst gar nicht ab und dann über meine Schuhe. Diesmal habe den Sauger gleich auf die Teichumrandung gestellt und so für das nötige Gefälle zum Ablauf gesorgt. Das geht so lange gut, bis die Aufnahmekapazität der Gartenerde erreicht ist. Am Ende muss ich doch wieder etwas Schlamm vom Gartenweg abkratzen.
Ein Nachteil des Einkammersystems ist, dass der Sauger immer wieder aufhört. Dann läuft etwas Schlammwasser aus dem Rohr in den Teich zurück und der Schlamm verteilt sich. Irgendwann sieht man kaum noch etwas. Bei einem Zweikammersystem könnte man kontinuierlich weiterarbeiten. Dafür kosten solche Geräte leicht das Dreifache. Doch irgendwann ist es dann auch  so geschafft. Einige Tage später hat sich der Restschlamm gesetzt und man kann endlich wieder die Fische sehen.

3 thoughts on “Schlammschlacht im Gartenteich

  1. Gute Lösung. Man muss sich nur zu helfen wissen.

    Kleiner Hinweis: In der Beschreibung des dritten Bildes fehlt ein “g” in der ersten Zeile bei “Teichschlammsauger” :b

    Gruß, Jakob

  2. Die Geschichte finde ich echt ärgerlich und lustig zu gleich .Auch ich habe einen solchen Teich und am Wochenende eine Schlammsaugerpumpe gekauft ,ausprobiert und das selbe festgestellt . Zum Schluß habe ich nicht mehr gewartet bis sich das Wasser über den Schlauch entleerte (mit Netz am Ende da der Filter alles Lebende auch durch läßt) sondern gleich meine Kaulquappen in den Rasen entlaßen so daß ich mit Löffel und Trinkglas noch etwas beschäftigt war die Tierchen wieder in die gewohnte Umgebung zu entlaßen .
    Als ich fertig war hat mir noch ein Koianer einen Tip gegeben ,etwas Salzwasser einige Tage anzusetzen (wenig) und in den Teich zu geben die Fische vertragen es wenn man sie langsam daran gewöhnt und die Algen Schlamm ect. verringern sich . Trau mich nicht so recht . Was meint Ihr dazu .
    Grüße

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