Rote Emmalie im Topf

Kartoffelvielfalt: Rote Emmalie und ein gelbfleischige Sorte, in diesem Fall die vorwiegend festkochende Marena. Foto: Marion Menrath

Kartoffelvielfalt: Rote Emmalie und ein gelbfleischige Sorte, in diesem Fall die vorwiegend festkochende Marena. Foto: Marion Menrath

Am Sonntag war es so weit: Die Rote Emmalie musste ihre Qualität als Speisekartoffel beweisen. Schließlich will man auch verkosten, was man anbaut. Und von dieser Kartoffelsorte hatte ich als einziger genügende Mengen für solche Experimente – ein ganzes Kilogramm!

Feierlicher Anlass für die Verkostung war unser Auftakt der Spargelsaison. Um Ostern herum war es noch so kalt, dass die Saisoneröffnung bei den meisten Spargelbauern sehr spärlich ausfiel. Dank des (überwiegend) warmen Wetters in den vergangenen 14 Tagen sprießt es jetzt endlich unter den Folien und das Gemüse wird bezahlbar. Wer ohne Folie angebauten Spargel genießen will, muss dagegen noch mindestens bis Anfang Mai warten.

Als Begleitung gab es Pellkartoffeln mit einer Prise Salz gekocht, darunter vier Kartöffelchen der Roten Emmalie. Ebenfalls im Topf war die Sorte Marena, eine vorwiegend festkochende, gelbfleischige Kartoffel aus dem Jahr 1995. Da letztere schon ganz schön ausgetrieben war, hätte ich sie auch gleich auspflanzen können. Aber die wenigen Plätze sind ja für Emmalie und ihre exotischen Geschwister reserviert.

Bunte Kartoffeln liegen im Trend.

Kontrastprogramm: Weißer Spargel und die Kartoffelsorte Rote Emmalie auf einem Teller vereint. Foto: Marion Menrath

Auf dem Teller sieht die Emmalie sehr ungewöhnlich aus – sie ist durch und durch rot gefärbt und macht als festkochende Sorte insbesondere als Pellkartoffel eine gute Figur. Zum weißen Spargel bildet sie einen aparten Kontrast.

Gezüchtet hat die Sorte im Jahr 2005 Karsten Ellenberg aus Barum  im Landkreis Lüneburg, der sich auch sehr für die Wiederzulassung der deutschen Sorte Linda eingesetzt hat. Die Farbe in bunten Kartoffeln kommt von Anthocyanen, Pflanzenfarbstoffen, die auch in roten Trauben, Auberginen sowie roten, blauen und schwarzen Beeren vorkommen und als Radikalfänger positive gesundheitliche Auswirkungen haben sollen.

Die Emmalie hat einen feinen Kartoffelgeschmack. Im Vergleich zu der sehr erdig schmeckenden Marena hatte sie jedoch etwas Probleme sich abzuheben. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass die Marena ziemlich am Ende ihrer Lagerfähigkeit angelangt war und deshalb sehr kräftig schmeckte. Im Herbst weiß ich hoffentlich Näheres.

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