Rettungsaktion am Gartenteich

Teichrettung im Frühjahr Foto: Marion Menrath

Teichrettung im Frühjahr Foto: Marion Menrath

So viel ist zu tun im Garten. Doch am Sonntag rufen die Goldfische im Gartenteich plötzlich um Hilfe. Bildlich gesprochen natürlich, denn rufen können die überwiegend stummen Fische (abgesehen von speziellen Sorten wie Knurrenden Gurami) nicht. Die Fische hängen alle an der Wasseroberfläche und schnappen nach Luft. Und die trübe Brühe, in der sie schwimmen, riecht faulig. Oberste Priorität also.

Was war geschehen? Eigentlich hatte ich es gut gemeint mit den Fischen und hatte am Samstag endlich abgestorbene Pflanzen am und im Teich entfernt und dann die Pumpe gesäubert und wieder in Betrieb genommen. Die Pumpe lief die ganze Nacht über.

Am Sonntagmorgen sehe ich dann die Bescherung. Offenbar hat das Gerät mehr Schlamm aufgewirbelt, als es Reinigungskapazität hat und vorerst alles schlimmer gemacht.
Als Soforthilfe kippe ich eimerweise an die 150 Liter brackiges Teichwasser in den Garten und fülle dann mit dem Gartenschlauch frisches Wasser nach.Regenwasser kann ich in diesen Mengen leider nicht anbieten.

Außerdem fische ich mit einem Kescher einen halben Eimer totes Laub und Schlamm vom Boden und gebe auf den Schlammabbau spezialisierte Bakterien zu, mit denen ich in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht habe.

Als das erledigt ist, funktioniert die Pumpe plötzlich nicht mehr. Drei Fehlermöglichkeiten (Pumpe, Verlängerungsschnur, Gartensteckdose) kommen in Frage. Hektische Minuten verbringe ich damit, die Pumpe aus dem Teich zu nehmen, in einen Wassereimer zu setzen und alles durchzuprobieren. Schließlich stellt sich heraus, dass offenbar die eigentlich wetterfeste Verlängerungsschnur bei der Planscherei Wasser abbekommen hat und die Sicherung herausgeflogen ist. Als der Strom wieder da ist, tut die Pumpe wieder.

Fische und Teich habe ich nun zum dritten Mal ohne Verluste überwintert und nie gab es derartige Probleme. Möglicherweise droht nun doch eine größere Reinigungsaktion. Der im Sommer ziemlich zugewachsene Teich hat um die 1200 Liter Inhalt, den sich sechs mittelgroße Goldfische und drei Nachkömmlinge teilen.

Dieses Jahr war er bis Mitte März immer wieder zugefroren. Normalerweise wuchern um diese Zeit schon die Pflanzen, die die Nährstoffe im Schlamm verwerten. Doch wegen des langen Winters treiben sie nun gerade erst aus. Zudem steht das Wasser ziemlich hoch, sodass auch die Pflanzenzonen am Rand überschwemmt sind und noch mehr Nährstoffe ins Wasser gelangten.

Der Gartenteich ist kurz vor Frühlingsanfang noch immer vereist. Das Foto entstand am 16. März Foto: Marion Menrath

Der Gartenteich ist kurz vor Frühlingsanfang noch immer vereist. Das Foto entstand am 16. März Foto: Marion Menrath

Dabei war dieser Winter noch relativ harmlos im Vergleich zu 2012, als das Thermometer wochenlang unter minus zehn Grad zeigte und die Eisschicht im Teich immer dicker wurde. Vor lauter Verzweiflung versuchte mit heißem Wasser ein Loch ins Eis zu schmelzen: Dieses wurde dadurch aber nur noch dicker. Doch diese Fische sind wahre Überlebenskünstler.

Update: Am Montagmorgen sieht das Wasser viel klarer aus. Zumindest kann ich den Schlamm jetzt besser sehen. Ich fische weiteren Schlamm heraus, wechsle den ebenfalls verschlammten Pumpenfilter und tausche noch mal an die 150 Liter Teichwasser aus. Jetzt sollte sich das System langsam wieder einpendeln.

6 thoughts on “Rettungsaktion am Gartenteich

  1. Hallo Marion,
    ich hatte nach diesem Beitrag über die Rettungsaktion noch ein paar Mal hier vorbeigeschaut, um zu sehen wie sich der Teich im Sommer so entwickelt hat. Leider konnte ich keine aktuelleren Fotos finden. Schade eigentlich, denn der Teich ist wirklich schön, sah nur nach dem Winter etwas verschlafen aus. Hoffe, dass er im nächsten Winter gut durchkommt.
    Viele Grüße
    Bernd von Teichbau-Profi

    • Hust, ja die Goldfische sind über den Sommer etwas in den Hintergrund gerückt, weil so viel anderes passiert ist. Sie haben aber alle überlebt – jedenfalls soweit ich sie derzeit noch sehen kann, denn die Seerose hat sich ziemlich ausgebreitet. Das bedeutet aber auch, dass die Fische während der Hitzeperiode schön im Schatten schwimmen konnten (der Teich liegt zwar auf der Südseite, bekommt aber zudem Schatten von den Thujen und einer großen Tamariske).

      Ich Frühjahr bin ich dem Teich doch noch in der gleichen Woche mit einem Schlammsauger auf den Grund gerückt und habe mir mangels Gefälle am Auslauf irgendwann den Schlamm schön über die Füße laufen lassen. Danach habe ich ständig die Pumpe sauber gemacht und Mitte Mai fingen die Pflanzen endlich an auszutreiben: Seerose und Hornkraut im Wasser, dazu eine Art kleines Röhrichtgras, Blutweiderich und Wasserdost am Ufer. Dank der vielen Nährstoffe wuchtert alles ganz gut – die Kunst wird sein, die abgestorbenen Pflanzen im Spätherbst rechtzeitig vor dem Verrotten und dem Winter aus dem Wasser zu bekommen.
      Viele Grüße
      Marion

  2. Na das war aber knapp für deine armen Fische. Aber es freut mich zu lesen das es deinen Fischen gut geht. Mach dir bitte keinen Kopf es kann immer mal was schief gehen im Gartenteich. Es ist schon eine gute Leistung das du die Fische 3 Jahre überwintern konntest. Ich habe mit meinen Fischen bis jetzt 2 Winter geschafft und nun kommt der dritte. Ich bin echt gespannt.

    • Ich weiß gar nicht, wie alt die Fische sind. Als wir vor drei Jahren eingezogen sind, waren vier von sechs noch total schwarz. Drei davon haben sich umgefärbt, nur einer ist rabenschwarz geblieben. Es ist wohl mindestens die zweite Fischgeneration in dem Teich. Seit dem vergangenen Jahr gibt es eine Dritte. Leicht zu finden ist nur der Blonde; die kleinen Schwarzen verschwinden zwischen den Pflanzen. Die Methusalems unter den Goldfischen sollen 25 Jahre alt werden. Da ist also noch viel Luft nach oben. ;-)

  3. Puh, da haben deine Goldfische aber mehr als Glück gehabt. Welche Pumpe und welches Filter verwendest du für deinen Teich? 1200 Liter sind ja auch nicht so wenig. Wir haben unsere Goldis nun seit mehr als 10 Jahren und möchten sie nicht mehr vermissen. Es ist wirklich erstaunlich, wie groß Goldfische werden können – damit hätten wir niemals gerechnet.
    Viele Grüße
    Die Helga

    • Das war eine billige No-Name-Pumpe, die ich inzwischen auch ersetzen musste. Auch Schlamm müsste mal wieder abgesaugt werden, was aber zurzeit schwierig ist, weil alles so zugewachsen ist. Dafür haben die Fische in jüngster Zeit reichlich sauberes Regenwasser abbekommen…

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