Nachtblüher im Garten

Die Nachtviole (Hesperis matronalis) ist als Kreuzblütler verwandt mit Raps, Rettich, Senf- und Kohlarten. Sie duftet nachts betörend nach Veilchen und Nelken. Foto: Marion Menraht

Die Nachtviole (Hesperis matronalis) ist als Kreuzblütler verwandt mit Raps, Rettich, Senf- und Kohlarten. Sie duftet nachts betörend nach Veilchen und Nelken. Foto: Marion Menraht

Wer tagsüber arbeitet, freut sich, wenn es auch nachts noch im Garten blüht und duftet. Nachtviole heißt das tagsüber unscheinbare Gewächs, das mir im Frühjahr manchen Abend versüßt hat. Mittlerweile ist sie leider verblüht, aber möglicherweise gibt es im Herbst noch mal ein Wiedersehen mit Nelken- und Veilchenduft im Mondschein. Weiterlesen

Schlammschlacht im Gartenteich

Der Teich in unserem Garten existiert vermutlich seit mehr als 30 Jahren. Üppiger Pflanzenbewuchs hilft beim Abbau der Nährstoffe. Foto: Marion Menrath

Der Teich in unserem Garten existiert vermutlich seit mehr als 30 Jahren. Üppiger Pflanzenbewuchs hilft beim Abbau der Nährstoffe. Foto: Marion Menrath

Vor einem Jahr stand es schlecht um die Goldfische im Gartenteich. Ein langer Winter und ein kühles Frühjahr führten dazu, dass bis April nichts wuchs rund um den Teich. Normalerweise hilft ein üppiger Pflanzenbewuchs, die Nährstoffe im Wasser abzubauen. Doch als ich damals die Pumpe anstellte, wurde Faulschlamm aufgewirbelt, der das ganze Wasser verseuchte. Die Fische hingen an der Oberfläche und schnappten verzweifelt nach Luft. Seitdem besitze ich einen Teichschlammsauger. Seit Kurzem sorgt zudem ein solarbetriebener Sprudelstein für Belüftung. Dieser sprudelt somit umso intensiver, je heller die Sonne scheint.
Normalerweise hätte ich mir in einem so kleinen Vorgarten keinen Teich gegönnt. Oder allenfalls einen kleinen, nur zeitweise gefüllten Tümpel als Lebensraum für Frösche, Kröten und Libellenlarven. Doch Teich und Fische waren schon da, als wir eingezogen sind. Weiterlesen

Exoten im Freiland

Ein Hauch Tropen in Südhessen: Diese Bananenstauden stehen ganzjährig im Garten. Foto: Anton Gauder

Ein Hauch Tropen in Südhessen: Diese Bananenstauden stehen ganzjährig im Garten. Foto: Anton Gauder

Wieder etwas dazu gelernt. Beiläufig hatte ich im letzten Beitrag erwähnt, dass es in Griesheim einem Hobbygärtner gelungen ist, Bananenstauden und andere Exoten im Freiland zu überwintern. Und schwupps schon meldet er sich und ich bin jetzt um einiges schlauer, wenns ums Überwintern von Pflanzen aus den Tropen und Subtropen geht. Weiterlesen

Alles will raus

Süßkirsche in voller Blüte

Die Süßkirsche steht Ende März bereits in voller Blüte – drei Wochen früher als im vergangenen Jahr. Foto: Marion Menrath

Draußen tobt der Frühling. Die Süßkirsche steht Ende März in voller Blüte – im vergangenen Jahr hatte sie sich noch drei Wochen länger bis 21. April Zeit gelassen. Spatzen wie Elstern sammeln fleißig Nistmaterial. Bei den Insekten sind leider nicht nur Hummeln und Bienen bereits voll aktiv: Auf den Rosen haben Blattläuse überwintert; an den Buchsbäumen nagt schon wieder der Zünsler.
Drinnen wird es langsam eng für die überwinternden Pflanzen. Im Sommer neigt man dazu, immer mehr mediterrane Gewächse anzusammeln, Zitrusgewächse, Oleander, Olivenbäume – ohne an die dunkle Jahreszeit zu denken. Die meisten dieser Pflanzen wollen hell und kühl, aber einigermaßen frostfrei überwintern. Wer keinen Wintergarten hat, kann diese Wünsche nur schwer erfüllen.
Ich habe etwas Wintergarten-Ähnliches, einen überdachten Balkon mit sehr viel Licht. Bei den derzeitigen Temperaturen wird es dort aber sehr warm, wenn tagsüber keiner zum Lüften da ist. Einige Pflanzen treiben deshalb wie verrückt aus.

Blühende Fuchsie im März

Für die überwinternden Fuchsien ist es schon fast Frühsommer. Foto: Marion Menrath

Für die Fuchsien ist es schon fast Frühsommmer, so wie die blühen. Ironie der Geschichte: Die angeblich winterharte Fuchsie im Garten, die in Irland zu riesigen Hecken heranwächst, ist natürlich trotz des minimalen Frosts komplett zurückgefroren und wird sich, wenn überhaupt, wahrscheinlich erst im Frühsommer mit neuen Trieben zurückmelden.

Doch was tun mit der nicht-winterharten Fuchsie? Drinnen ist ihr mittlerweile zu warm; draußen drohen noch mindestens bis Ostern Nachtfröste. Morgens rausbringen und abends bei Frostgefahr reintragen, wäre eine aufwendige Lösung. Auf der Eingangstreppe wird demnächst ein Platz frei, nachdem Miniosterglocken und Krokusse längst verblüht sind.

Was wahrscheinlich schon raus in den Garten könnte, sind die Oliven- und Zitronenbäumchen. Beide sind ebenfalls bereits am Austreiben. Während die jungen Triebe frostempfindlich sind, sollten die alten Pflanzen eigentlich kurzfristige Temperaturschocks bis minus zehn Grad abkönnen.

Banane mit Überwinterungsschäden

Die Banane war auf dem kalten Balkon kurz vor dem Absterben. Die meisten Blätter waren schon braun. Foto: Marion Menrath

Bei zwei Pflanzen habe ich mich mit der Überwinterungsmethode sehr verschätzt. Die Bananenstaude, die ich im Herbst von einer Freundin geschenkt bekam, mochte den kalten Balkon gar nicht. Die Pflanzen aus Tropen und Subtropen halten überhaupt nichts von frostigen Temperaturen. Im Februar durfte die Staude ins Arbeitszimmer umziehen. Dort steht sie jetzt direkt neben der Heizung und hat sich wieder gut erholt. Dabei soll es ganz in der Nähe in Griesheim eine winterfeste Banane in einem Garten geben. Möglicherweise handelt es sich aber um verschiedene Arten. Bananen vertragen sich übrigens schlecht mit Parkett und Laminat: Sie scheiden nämlich über die Blattränder Wassertropfen aus, wissenschaftlich Guttation genannt. Dies soll vor allem nachts passieren, wenn die Pflanzen ihre Spaltöffnungen (Stomata) geschlosssen haben, der Wasserdruck in der Wurzel hoch ist oder die Luft bereits mit Wasserdampf gesättigt ist. Deshalb liegen rund um die Banane jetzt Lätzchen bereit.

Chili mit Weißen Fliegen. Foto: Marion Menrath

Chili mit Weißen Fliegen. Foto: Marion Menrath

Einen umgekehrten Weg von drinnen nach draußen ging die Chilipflanze. Bis Dezember hat die Überlebende vom letzten Sommer mit vielen kleinen Schötchen noch für die nötige Schärfe im Essen gesorgt. Dafür bekam sie im Arbeitszimmer bei 20 Grad einen Logenplatz direkt am Fenster. Mittlerweile weiß ich, dass Chili im Winter ein massives Schädlingsproblem haben. Meine wurde fast von Weißen Fliegen aufgefressen, Mottenschildläusen, die auch gerne in Gewächshäusern auftreten. Nachdem die Insekten auch auf andere Zimmerpflanzen wanderten, habe ich die Chili zweimal mit einem umweltfreundlichen Mittel mit Kaliseife besprüht. Seitdem sind die Insekten zwar eingedämmt, aber nicht völlig beseitigt. Die Chili steht jetzt auf dem Balkon. Sie ist auf dem Sprung in den Garten oder gleich in die Grüne Tonne, wenn die Insekten wiederkehren.

 

Loch in der Hecke

Die Lebensbäume an unserem Garten sind nicht mehr ganz dicht. Rechts klafft ein Loch, nachdem tote Bäumchen entfernt wurden. Foto: Marion Menrath

Die Lebensbäume an unserem Garten sind nicht mehr ganz dicht. Rechts klafft ein Loch, nachdem tote Bäumchen entfernt wurden. Foto: Marion Menrath

Manchmal kann Gärtnern kann schön anstrengend werden, vor allem wenn man sich nicht erst im nächsten Baumarkt mit elektrischen Helfern eindeckt. Drei Thujen am Rand einer sich über die gesamte Gartenbreite erstreckenden Hecke mussten weg. Die angeblichen Lebensbäume machen ihrem Namen keine Ehre mehr, schon seit vergangenem Sommer sind sie braun und mausetot.

„Die wuchern doch wie Unkraut. Die kann man gar nicht umbringen“, sagte ein Kollege. Doch, das geht sogar überraschend schnell. Die Gattung Thuja aus der Familie der Zypressengewächse ist wie viele Nadelgewächse anfällig für Trockenheit. Der durchlässige Griesheimer Sand verschärft das Problem. Außerdem vertragen die aus Nordamerika oder Asien stammenden Gehölze kein Streusalz. Auch diverse Pilze und Insekten wie die Thuja-Miniermotte oder Thuja-Borkenkäfer haben es auf Lebensbäume abgesehen.

Schäden hatten die an einen Gehweg grenzenden Sträucher schon nach dem trockenen Frühjahr 2010. Seitdem ging es mit der Hecke zusehends bergab. Doch nun drängte die Zeit. Seit März 2010 stehen Hecken sieben Monate im Jahr unter besonderem Schutz.

Laut Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es verboten, „Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze“ zwischen 1. März und 30. September „abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen“. Ziel des Gesetzes ist es, brütende Vögel zu schützen.

Thujenhecke von oben. Das Bild entstand im Frühjahr 2013. Schon damals ist zu erkennen, dass die Sträucher links stark geschädigt sind. Die gesamte Hecke braucht auch dringend einen Pflegeschnitt. Foto: Marion Menrath

Thujenhecke von oben. Das Bild entstand im Frühjahr 2013. Schon damals ist zu erkennen, dass die Sträucher links stark geschädigt sind. Die gesamte Hecke braucht auch dringend einen Pflegeschnitt. Foto: Marion Menrath

„Das gilt auch für Hausgärten“, bestätigt Dieter Ohl, Pressesprecher im Regierungspräsidium (RP) Darmstadt, der oberen Naturschutzbehörde für Südhessen. Die selben Fristen gelten für Straßenbäume, weshalb die städtischen Bauhöfe im Februar ziemlich beschäftigt sind.

Für Bäume im Wald oder in Privatgärten gelten diese starren Fristen nicht. Doch auch bei diesen ist der Naturschutz zu beachten. Demnach ist es verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Je nach Kommune greift ab einem bestimmten Stammumfang zudem eine Baumschutzsatzung.

Aber was ist nun mit toten Hecken, die so löchrig sind, dass sie keinen Schutz mehr bieten? Die Spatzen nutzen die Thujen allenfalls zur Zwischenrast. Zum Brüten bevorzugen sie Eibe, Weigelie oder Wilden Wein, der die gesamte Westfront des Hauses überwuchert. Ein Nest habe ich in den Lebensbäumen noch nie gesehen.

Im Naturschutzgesetz sind tote Hecken offenbar nicht vorgesehen. Ohl empfiehlt, „bevor man noch vom Nachbar angezeigt wird“, sich im Einzelfall bei der zuständigen unteren Naturschutzbehörde zu erkundigen. Die entsprechenden Umweltämter sind über Kreisverwaltungen oder die Stadtverwaltung Darmstadt erreichbar. Ausnahmen seien möglich. Drohen Bäume oder Sträucher gar auf Passanten zu fallen, greift die Verkehrssicherheitspflicht. „Schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen“ seien auch vom 1. März bis 30. September zulässig, so Ohl. Auch dabei müsse man aber sicherstellen, dass in der Hecke kein Nest ist.

Mittlerweile bin ich der Hecke (natürlich noch vor dem 1. März) mit Baumschere und Körperkraft auf die Äste gerückt und habe die drei toten Bäumchen entfernt. Meine Hecke hat nun nach der Fällaktion ein Loch. Ersatz muss her. Thujen und Kirschlorbeer gelten als ökologisch langweilig.

Die Lücke weckt Wünsche, denn der Garten ist voll. Um Neues unterzubringen, muss immer erst Altes Platz machen. Ein Zierapfelbäumchen, ein Holunder oder ein Sommerflieder, der an einer anderen Stelle eingegangen ist, wären nett. Auch ein Feigenbäumchen hätte ich gerne. Im Garten meiner Eltern gab es eine Hecke mit lauter verschiedenen Sträuchern – Blutjohannisbeere, Weigelie und Ranunkelstrauch wecken Erinnerungen an die Kindheit.

Doch diese Sträucher wachsen auch in die Tiefe, mehr als ich in dem schmalen Streifen zwischen Zaun und Gartenteich zur Verfügung stehen. Dass die Hecke auch im Winter blickdicht sein soll, schränkt die Auswahl ein. Vielleicht gibt es ja eine neue Eibe, kombiniert mit einem laubabwerfenden Strauch, so dass die Lücke im Winter nicht ganz so groß ist.

Enttäuschung im Pflanzsack

Bunte, aber kärgliche Ernte: 436 Gramm lautete die Bilanz der Ernte in drei Pflanzsäcken in der Saison 2013. Es dominieren die Sorten Rote Emmalie und Vitelotte. Rechts sind zwei blasslila Knollen der Sorte Arran Victory zu sehen. Foto: Marion Menrath

Bunte, aber kärgliche Ernte: 436 Gramm lautete die Bilanz der Ernte in drei Pflanzsäcken in der Saison 2013. Es dominieren die Sorten Rote Emmalie und Vitelotte. Rechts sind zwei blasslila Knollen der Sorte Arran Victory zu sehen. Foto: Marion Menrath

Die dümmsten Bauern haben ja bekanntlich die dicksten Kartoffeln. Behauptet jedenfalls ein geläufiges Sprichwort. Was es über die Intelligenz des Gärtners aussagt, wenn dieser kaum mehr erntet, als er gepflanzt hat, darunter viele putzige Minikartoffeln, darüber wage ich dagegen nicht zu spekulieren.
Es waren im vergangenen Jahr exakt 435 Gramm aus drei Pflanzsäcken mit insgesamt 60 Liter Erde und das nach etwa vier Monaten Wachstum. Die geplante Verkostungsaktion bunter Kartoffeln mit Freunden musste ausfallen; die Menge reichte gerade für Pellkartoffeln für Zwei. Am Geschmack der bunten Miniernte war aber nichts auszusetzen. Weiterlesen

Januarrosen und Heuschnupfen im Winter

Voll im Saft: Kleinblütige Rose im Januar. Foto: Marion Menrath

Voll im Saft: Kleinblütige Rose im Januar. Foto: Marion Menrath

In meinem Garten blüht derzeit eine echte Rarität, eine winterblühende Rose, eine echte Januarrose eben. Doch normal ist das natürlich nicht. Schuld ist der bisher anormal milde Winter, in dem letzte Rosen parallel zu Schneeglöckchen blühen. Der Rasen ist grasgrün, Gänseblümchen und Stiefmütterchen haben bis jetzt durchgehalten und treffen auf echte Winterblüher wie Winterschneeball, Wohlriechende Heckenkirsche, Schneekirsche, Zaubernuss und Winterjasmin.

Ungewöhnliche Schönheit: Januarröschen. Foto: Marion Menrath

Ungewöhnliche Schönheit: Januarröschen. Foto: Marion Menrath

Die vollständig belaubte, kleinblütige weiße Rose hat die spärlichen Frosttage im Dezember im Gegensatz zu ihren Verwandten in der Nachbarschaft auch nur aufgrund günstiger Umstände überlebt: Sie steht auf der Südseite, in der Nähe von Teich und Gartenterrasse, die Wärme speichern und wird von dichten Hecken gegen kalte Winde abgeschirmt.

Mitten im Januar müssen Allergiker schon Mittel gegen Heuschnupfen besorgen: Zumindest im Rheingraben fliegen bereits Haselnuss- und Erlenpollen. Auch die Vögel sind schon auf Frühling eingestellt. Insbesondere Meisen beginnen bereits, ihre Brutreviere abzustecken, wie der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland mitteilt. Deshalb bittet der Nabu in einer Pressemitteilung um Vorsicht bei der Reinigung von Nistkästen: „Jetzt ist keine gute Zeit, um Nistkästen sauber zu machen. Die ersten Blau- und Kohlmeisen könnten schon eingezogen sein“, warnt der baden-württembergische Nabu-Landesvorsitzende Andre Baumann.

Filigran: Blüten der Wohlriechenden Heckenkirsche. Derzeit blüht sie, als sei schon März. Foto: Marion Menrath

Filigran: Blüten der Wohlriechenden Heckenkirsche. Foto: Marion Menrath

Während sich gut genährte Standvögel breit machen, fürchtet der Nabu, dass später eintreffende Zugvögel  das Nachsehen haben könnten. Auch  Winterschläfer wie Fledermäuse oder Igel  könnten Probleme bekommen: Bei milden Temperaturen verbrauchten sie mehr Körperfett, so Baumann. Das könnte fehlen, wenn es doch noch richtig kalt wird.

„Die Natur ist schon ein bisschen durcheinander“, sagt auch Werner Kluge, Bereichsleiter im Forstamt Lampertheim (Kreis Bergstraße): „Die Vögel zwitschern zur Unzeit. Die Silberreiher stehen auf der Wiese, wo sie derzeit eigentlich noch nichts verloren haben“. Für den Wald sei das derzeit alles unproblematisch. Zwar sei es besser, wenn Schädlinge wie Borkenkäfer durch kalte Winter in Schach gehalten würden. Doch das könne noch kommen: „Wir rechnen schon noch damit, dass das kalte Wetter aus den USA rüberschwappt“, sagt Kluge. Zwar fangen Hasel, Weiden und einzelne Pappeln an zu blühen. Bei Buchen und Eichen, die das Gerüst des Waldes bildeten, seien aber  keine Knospen zu sehen und keine Schäden zu befürchten.

Trotzdem klagt auch Hessen-Forst über das milde Wetter. Die Wintermonate seien nämlich Haupterntesaison für Eichen und Buchen.  Weil der  Frost weiter auf sich warten lasse und viele Böden aufgeweicht seien, sei ein Holztransport oft nicht sinnvoll. Um den Waldboden zu schützen, werde derzeit nur auf weniger empfindlichen Waldstandorten geerntet, sagt Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst.

Frost  wünscht sich auch Willi Billau, Vorsitzender des Regionalbauernverbands Starkenburg.  Der derzeitige nasse Boden sei anfällig für Verdichtungen. Frost sei  zudem ein wichtiges Werkzeug für den Pflanzenbau. Dabei werde die Bodenstruktur gesprengt: „Das Ergebnis ist  ganz feiner Gartenboden“, so Billau. Für die Pflanzen sei der warme Winter noch  unproblematisch, auch wenn Winterzwiebeln und Erdbeeren   bereits austreiben. Wenn es aber im Februar  Temperaturen unter minus zehn Grad gebe, seien  die Pflanzen nicht darauf vorbereitet und „bekommen eins auf die Mütze“. Wintergetreide schaffe auch das, „solange es nicht minus 20 Grad ohne Schnee gibt“.

Die Winzer wünschen sich dagegen eisige Kälte und zwar möglichst  sofort.  Der warme Winter hat ihnen wahrscheinlich  die Eisweinlese verdorben. „Die Aussichten sind doch sehr eingeschränkt“, sagt Otto Guthier, Vorsitzender des Weinbauverbands Hessische Bergstraße und Geschäftsführer der Bergsträßer Winzer eG. Für Ende Januar seien Temperaturen um minus fünf Grad angesagt. Zur Eisweinlese sollten es   mindestens minus sieben Grad sein. Zudem sind die Trauben bei feuchtwarmen Wetter von Fäulnis  bedroht. Bis Ende Januar wollen die Bergsträßer Winzer dem Winter noch eine Chance geben. Anfang Februar werden die Reben geschnitten; dann müssen die Trauben runter.

 

Halbgefrorenes

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Vor Schock erstarrt sind diese Rosenblüten nach dem ersten Nachtfrost Ende November. Foto: Marion Menrath

Gartenbesitzer müssen jetzt stark sein. Allmählich macht der Winter doch ernst. Zudem hat man nicht mehr so viel vom Garten, wenn es morgens beim Weggehen noch dunkel ist und abends beim Heimkommen schon wieder. Mitte vergangener Woche gab es schon einen Vorgeschmack mit zugefrorenen Autoscheiben und schockgefrosteten Rosen in der Nachbarschaft. Bei mir hat es in dieser Nacht die letzten Tomatenpflanzen dahin gerafft. Ich wollte mal sehen, wie lange sie geschützt von der Hauswand vor dem Wohnzimmerfenster durchhalten. Am 26. oder 27. November war es vorbei. Weiterlesen

Huckepack-Tag

Alles muss rein: Bananenstaude, Zitronenbäumchen und Königin der Nacht sind jetzt in den Wintergarten umgezogen. Foto: Marion Menrath

Alles muss rein: Bananenstaude, Zitronenbäumchen und Königin der Nacht sind jetzt in den Wintergarten umgezogen. Foto: Marion Menrath

Heute war Huckepack-Tag. Lange habe ich versucht, zu verdrängen, dass der Winter naht. Nur zwei, drei frostige Tage gab es bisher. Das haben die nicht winterfesten Pflanzen im Garten bisher gut weggesteckt. Vor dem Wohnzimmerfenster halten noch immer zwei bis drei Tomatenpflanzen durch; die Früchte sind jetzt aber alle abgeerntet. Weiterlesen