Monsterraupen, The next Generation

Pergamentartige Fraßstellen an Buchsblättchen sind erste Anzeichen für einen Befall mit dem Buchsbaumzünsler. Foto: Marion Menrath

Pergamentartige Fraßstellen an Buchsblättchen sind erste Anzeichen für einen Befall mit dem Buchsbaumzünsler. Foto: Marion Menrath

Sie sind wieder da – oder vielleicht waren sie auch nie weg, die Raupen des Buchsbaumzünslers in meinem Garten. Wochenlang glaubte ich, Ruhe zu haben vor den gefrässigen Raupen.
In Wirklichkeit haben sie wohl einfach im Verborgenen an Blättchen und Zweigen meiner fünf Buchsbaumkugeln und in der kleinen Hecke weiter genagt und dazu auch heimtückischerweise meinen Urlaub genutzt.

Aufgefallen sind mir zunächst pergamentartige Stellen an Blättern des Buchsbaumes direkt am Hauseingang. Den habe ich eigentlich am meisten im Blick.
Bei den anderen Pflanzen sah es weitaus schlimmer aus: Im Inneren fand ich unzählige Gespinste, in denen sich die Raupen verstecken. Und auf den Rückseiten der Buchsbäume zur Kletterrose hin, dort wo ich am schlechtesten hinkomme, waren bereits ganze Zweige abgestorben. Wenn die Raupen größer werden, reichen ihnen nämlich Blätter nicht mehr aus.

Später fressen sie die Rinde der Ästchen an, sodass ganze Triebe absterben. Dieses Verhalten zeigt, dass der aus Ostasien eingeschleppte Schmetterling nicht an die europäischen Wirtspflanzen angepasst ist. Frisst er ungebremst so weiter, würde er sich in Europa irgendwann selbst die Nahrungsgrundlage entziehen…

Die Raupe des Buchsbaumzünslers ist meist in der Nähe von Gespinsten zu finden. Die grünen Kügelchen sind Kot. Foto: AtelierMonpi/Wikipedia

Die Raupe des Buchsbaumzünslers ist meist in der Nähe von Gespinsten zu finden. Die grünen Kügelchen sind Kot. Foto: AtelierMonpli/Wikipedia

Unter anderem wegen der Igel und Vögel im Garten kommt mir Gift nicht über die Schwelle. Notgedrungen bin ich so zum Experten im Aufspüren der Raupen geworden. Mittlerweile habe ich in einer Woche 60 bis 70 Raupen in allen Größen, von einem Millimeter lang bis kurz vor der Verpuppung, eingesammelt.
Das Ganze ist eine ziemliche Geduldsarbeit. Weil die Raupen sehr gut getarnt sind, funktioniert es am besten bei direktem Sonnenlicht. Jede Raupe, die ich finde, wird kein Schmetterling und produziert keine Nachkommen mehr. Und so befriedigend es sein mag, eine fette Raupe kurz vor der Verpuppung zu erwischen: Noch nützlicher ist es, sie möglichst winzig zu entdecken, bevor sie sich durch meine Pflanzen nagen, grrrr.

Zu diesem Zweck durchkämme ich das Innere des Buches Stück für Stück. Sind irgendwo neue Gespinste oder Kot zu entdecken?

  • Im Inneren des Gespinstes verbirgt sich fast immer die Raupe,
  • Auch gehäuftes Auftreten grüner Kotkügelchen spricht dafür, dass in der Nähe eine Raupe mit guter Verdauung zu finden ist.
  • Die Tiere sind gut darin, kleine Äste nachzuahmen. Die dunklen großen Augenflecke verraten sie jedoch oft.
  • Auch wenn man noch so sorgfältig schaut, entdeckt man nie alle Tiere. Deswegen durchkämme ich den Buchs derzeit alle zwei bis drei Tage von Neuem.

Langfristig werde ich wohl nicht alle Pflanzen retten können. Für die Minihecke am Kirschbaum habe ich bereits Pläne, diese durch Lavendel zu setzen, für den um diese Jahreszeit auch die Hummeln schwärmen. Aber zumindest in diesem Jahr will ich den Monsterraupen noch Paroli bieten. Und nächstes Jahr gibt es vielleicht mehr Erfahrung mit einer biologischen Bekämpfung mit Bacillus-thuringiensis-Präparaten. Die werden übrigens auch für die Stechmückenbekämpfung am Rhein eingesetzt. Sie sollen sehr spezifisch wirken und Nützlinge schonen.

2 thoughts on “Monsterraupen, The next Generation

  1. Ja, es ist absolut deprimierend.

    Wir werden diese Tierchen auch nicht mehr los werden – selbst wenn man im eigenen Garten “ausrottet”, kommen die bösen Falter vom Nachbarn und legen ihre Eier auf den schönen Buchs.

    In ihrer Heimat stürzen sich die Viecher übrigens auch auf andere immergrüne Pflanzen, die es hier in Gärten und Parks auch gibt. Auf die Idee sind unsere Zünsler glücklicherweise noch nicht gekommen.

    • Dann bin ich fast froh, dass sich die Zünsler mit Buchs begnügen. Obwohl, ich könnte ein Efeu-Falterschen gebrauchen, das mir hilfte, den Wildwuchs etwas in Grenzen zu halten… Aber wahrscheinlich wäre der dann auch ratzeputz weg und am Gartenzaun bildet er doch einen schönen Sichtschutz. Beim Buchs werde ich mich, wenn das Genage so weitergeht, langfristig auf das Kügelchen am Hauseingang konzentrieren müssen.
      Viele Grüße
      Marion Menrath

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