Huckepack-Tag

Alles muss rein: Bananenstaude, Zitronenbäumchen und Königin der Nacht sind jetzt in den Wintergarten umgezogen. Foto: Marion Menrath

Alles muss rein: Bananenstaude, Zitronenbäumchen und Königin der Nacht sind jetzt in den Wintergarten umgezogen. Foto: Marion Menrath

Heute war Huckepack-Tag. Lange habe ich versucht, zu verdrängen, dass der Winter naht. Nur zwei, drei frostige Tage gab es bisher. Das haben die nicht winterfesten Pflanzen im Garten bisher gut weggesteckt. Vor dem Wohnzimmerfenster halten noch immer zwei bis drei Tomatenpflanzen durch; die Früchte sind jetzt aber alle abgeerntet.
Aber es hilft nichts. Heute hat das Auto Winterräder bekommen. An der Hauswand fielen die Blätter vom Wilden Wein im Minutentakt. Höchste Zeit also, empfindliche Pflanzen ins Winterquartier zu bringen und den Außenwasserhahn abzudrehen. Vorher gilt es aber, sorgfältig Schnecken abzusammeln; insbesondere die nackten Versionen kriechen noch durch die kleinste Ritze in die Übertöpfe und sorgen dann im Winterquartier für Schleimspuren und Kahlfraß.

Das Winterquartier ist ein rundum verglaster Balkon, der sich bisher ganz gut bewährt hat. Da er aber etliche Etagen höher liegt als der Garten, ist das Ganze mit einigem Geschleppe verbunden.

Schwerstes Einzelstück dürfte eine Bananenstaude im Tontopf sein, die ich erst im Spätherbst geschenkt bekommen habe. Ich fürchte, nächstes Jahr muss sie in ein schnödes Plastikgefäß umziehen, Standfestigkeit hin oder her. Man wird ja auch nicht jünger.
Während die Banane neu ist, gibt es auch etliche Stammgäste: Die Italienische Minze ist für das Duftaroma zuständig. Sie blüht sehr apart in weiß-rot und hat sich in drei Jahren zu einem ordentlichen Busch ausgewachsen. Ausreichend winterfest für mitteleuropäische Verhältnisse ist sie aber meines Wissens nicht.
Das Olivenbäumchen und die selbst gezogene Zitrone können zwar etwas Frost vertragen, aber auch nicht dauerhaft. Sie räume ich aber immer so spät wie möglich ein.

Die Fuchsien habe ich vergangenes Jahr aus Mitleid als Mickerpflänzchen in einem Billigmarkt mitgenommen. Sie haben schon einmal überwintert und dieses Jahr noch üppiger geblüht als im Vorjahr. Nur gegen Ende des Winters muss man aufpassen, damit Schädlinge die Pflanzen nicht dahinraffen.

Andere, angeblich ausdauernde Fuchsienarten, habe ich im Garten eingepflanzt. Geträumt habe ich einmal von Fuchsienhecken wie in Irland. Leider fehlt im hessischen Binnenland der Golfstrom, der in Irland allzu kaltes Wetter verhindert. “Ausdauernd” heißt hierzulande, dass die Pflanze überirdisch vollkommen erfriert. Wenn man Glück hat, treiben dann so Mitte nächsten Jahres neue Zweige aus. Sogar einige Blüten trieb das Pflänzchen dieses Jahr. Die Blütenform dieser Fuchsienarten ist sehr apart. Doch wenn das Pflänzchen jedes Jahr ein bisschen kleiner ausfällt, ist abzusehen, wann nichts mehr da sein wird.

Gut bekommen ist die Kälte im Winterquartier bisher den Ablegern der “Königin der Nacht”, die ich von meiner Mutter bekommen hatte. Die weißen Blüten sind im Vergleich zu den Trieben sehr groß und blühen nur sehr kurz. Da mir immer wieder Triebe abbrechen, die ich dann zu anderen Pflanzen stecke, habe ich mittlerweile noch viel mehr Ableger. Nur so buschig wie bei meiner Mutter will die Pflanze nicht wachsen. Es hat auch Jahre gedauert, bis sie überhaupt geblüht hat.

Zu scharf für Schnecken: Während die Paprikapflanzen am Ende mehr Löcher als Blätter hatten, hat die einzige Chilipflanze überlebt und bekommt jetzt ein Winterquartier im Arbeitszimmer. Foto: Marion Menrath

Zu scharf für Schnecken: Während die Paprikapflanzen am Ende mehr Löcher als Blätter hatten, hat die einzige Chilipflanze überlebt und bekommt jetzt ein Winterquartier im Arbeitszimmer. Foto: Marion Menrath

Einen Platz im Arbeitszimmer hat die Chilipflanze ergattert. Sie trägt auch noch viele, ganz ordentlich scharfe rote, längliche Schoten. Während die benachbarten Paprikapflanzen eine nach der anderen den Schnecken Tribut zollen mussten, haben die Weichtiere offenbar die Raspelzunge vom Chili gelassen. Wobei man im Internet auch sehr viel Klagen findet über Nacktschnecken, die Chili plündern. Einige Löchlein haben meine Chiliblätter auch, aber bei weitem nicht so viele wie die Paprikapflanzen, die überhaupt keine Chancen hatten groß zu werden. Vielleicht mögen die Schnecken, wenn sie die Wahl haben, ihr Futter weniger scharf? Wie dem auch sei; für genügend Schärfe für die Menschen im kommenden Winter ist somit schon mal gesorgt.

2 thoughts on “Huckepack-Tag

  1. Frage: Vor einem Jahr sind wir in ein schnuckeliges Reihenhäuschen umgezogen. Wir haben inzwischen vor dem Wintergarten eine Terasse (Sonne scheint dort ab ca 10:00-18:00), aus Natursteinen, gelegt. Maximal einen halben Meter neben der Terrasse (an der Grundstücksgrenze), wird ein Sichtschutzzaun aus Holz aufgestellt. Die Palisaden sind ca einen halben Meter länger als die Terasse. Die Gesamtlänge der Palisaden beträgt 3,80 m. Die Palisaden sind zum Teil offen (Rankelgitter) und fallen zum Schluss hin ab (ca 90cm Höhe.) Nun suchen wir etwas passendes, zum Teil blühendes (etwas was im Sommer lange blüht), was wir daran hochrankeln lassen können. Es sollte, wegen unserer drei Kleinen, nicht giftig sein. Schön wäre guter Sichtschutz, immergrün (aber nicht so wichtig) und etwas das evtl. noch höher wie die Palisaden wächst (1,80 m).Es sollte nicht zu sehr in die Breite bzw. Tiefe gehen, da ich dann vor den begrünten Palisaden Blumen und evt. Gräser (Lavendel)setzen wollte. Welche Rangelpflanzen würde Sie uns empfehlen? Welche Blumen (zum größten Teil Mehrjährige in den Farben rosa, rot, pink, lila…für Frühsommer, Sommer und Spätsommer) passen dazu?

    • Das hört sich etwas kompliziert an. Viele meiner Rankpflanzen darunter Clematis und Geißblatt scheinen in unterschiedlichem Maß giftig zu sein. Beim Efeu ist die gesamte Pflanze giftig. Die Kletterrose wiederum hat böse Stacheln, die fast noch gefährlicher sind. Bei den Prunkbohnen sind die Früchte ungekocht giftig.

      Was ganz hübsch aussieht und schön rankt, ist Kapuzinerkresse, die meist gelb oer orange blüht. Sogar die Blüten sind essbar. Wegen der Senföle sind sie etwas scharf, so dass die Kinder von alleine nicht zu viel davon naschen werden. Man müsste sie aber jährlich aussähen und kann ihnen dafür beim Wachsen zuschauen (sie sind aber etwas anfällig für Blattläuse). Es gibt im Internet auch Listen mit Pflanzen, die für Spielplätze zugelassen sind.

      Manchmal wundert mich allerdings, dass meine Generation der Babyboomer jemals erwachsen werden konnte. Die Wohnungsbaugesellschaft dachte sich damals nichts dabei, den sehr giftigen Goldregen mitten in die Anlage zu pflanzen. Da stand er so 20 Jahre, bis es jemand auffiel. Und die anderen, teilweise stachligen Büsche wuchsen so hoch, dass Zehnjährige darin verstecken spielen konnten. Mittlerweile ist alles pflegeleicht und vor allem sicher.

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