Himbeeren sind gar nicht so kompliziert

Sommerhimbeere Sanibelle Foto: Marion Menrath

Sanibelle ist eine sehr wüchsige Sommerhimbeere, die resistent gegen das Wurzelsterben sein soll. Foto: Marion Menrath

Himbeeren schmecken am besten, wenn man sie frisch vom Strauch pflückt. Da die Beeren nach dem Ernten nicht nachreifen, kommen sie vollreif in den Handel und verderben rasch. Wer die gesunden Früchtchen liebt, die Botaniker übrigens als „Sammelsteinfrüchte“ klassifizieren, pflanzt deshalb am besten einige Stöcke in den Garten.
Um die Erntezeit zu verlängern, wählt man am besten verschiedene Sorten aus. Das bietet sich auch aus einem anderen Grund an: Himbeeren sind zwar selbstfruchtbar, doch der Ertrag ist bei Fremdbefruchtung deutlich besser.
Spätestens bei diesem Punkt kommen Gärtner ins Schwitzen, denn es gibt Sommerhimbeeren, Herbsthimbeeren und solche die zweimal tragen.

In Gartenhandbüchern wird ganz genau erklärt, wann und welche Triebe wachsen dürfen, wie man sie anbindet und was man abschneiden muss. Und dann gibt es neben den roten auch noch gelbe und sogar schwarze  Sorten.
Doch davon sollte man sich nicht verrückt machen lassen, denn viele Himbeeren nehmen es erstens mit Sommer und Herbst nicht so ganz genau, zweitens lichtet im Wald auch keiner die Ruten aus und drittens erschließt sich vieles mit Logik: Da Sommerhimbeeren schon ab Mai reifen, funktioniert das nur mit vorjährigen Trieben, die also überwintert haben. Nach der Ende schneidet man sie ab, um Platz für die neuen Triebe zu machen, die dann ab nächstem Frühsommer tragen.
Sommerhimbeeren sollen ertragreicher sein, aber auch anfälliger für Krankheiten, wie die gefürchtete Rutenkrankheit. Doch mittlerweile gibt es resistente Sorten wie etwa die sehr wüchsige „Sanibelle“, die bei mir inzwischen die benachbarte Stöcke der Sorte „Rubaca“ verdrängt hat. Sanibelles einziger Nachteil ist, dass sie nur einmal im Jahr fruchtet.
Andere Sorten wie die gelbe „Golden Queen“ sind da weitaus flexibler: Im Herbst trägt sie an den einjährigen, neu gewachsenen Trieben. Lässt man diese dann über den Winter stehen, trägt sie an den alten Trieben im Frühsommer noch einmal.
Schwarze Sorten wie „Black Jewel“ verhalten sich dagegen eher wie Brombeeren und tragen an langen zweijährigen Ranken, die angebunden werden müssen. Sie stammen ursprünglich aus Nordamerika. Da diese Sorte starke Stacheln besitzt, habe ich sie nach vielen schmerzhaften Begegnungen im vergangenen Jahr gerodet und durch die stachellose Brombeere „Navaho“ ersetzt.
Alle Himbeeren freuen sich  als Bewohner von Waldlichtungen nicht nur im Winter über eine Mulchschicht. Da sie sehr oberflächlich wurzeln, ist bei der Bodenbearbeitung in ihrer Nähe Vorsicht geboten.
Wer den Pflanzen dann noch ab und zu Dünger in Form von Kompost oder Tiermist spendiert (gibt es im Handel auch als handliche Pellets) und im Sommer ausreichend Wasser, wird lange Freude an den eigenen Himbeeren haben.

One thought on “Himbeeren sind gar nicht so kompliziert

  1. Oh doch, Himbeeren können wahnsinnig kompliziert sein – wenn der Strauch zu nah an der Straße steht! Kaum reif, schon sind sie weg…

    Klasse Artikel, danke dafür! :)

    LG

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