Der Frühling kommt über Nacht

Foto: Marion Menrath

Im Vorgarten drängeln sich Pergola, Teich und Rosen. Das Foto entstand im Mai 2012. Foto: Marion Menrath

Hilfe, auf einmal ist es doch Frühling geworden. Und ich bin nicht vorbereitet. Die Tomaten sind noch nicht gesät, die Kartoffeln sind erst bestellt. Die Himbeeren brauchen Kompost, der Teich muss auf wärmere Temperaturen vorbereitet werden. Mir geht es im Kleinen wie den Bauern, die jetzt alles auf einmal erledigen müssen, was im kalten März liegengeblieben ist.

Doch ein neues Blog sollte man mit etwas Positivem beginnen: Alles in allem ist der Garten  gut über den Winter gekommen. Die Kamelie ist zum ersten Mal nicht erfroren. Selbst der Rosmarin hat überlebt. Himbeeren und Stachelbeerbäumchen schlagen kräftig aus; die Löwenmäulchen gehen an geschützten  Stellen ins zweite Jahr; der Goldlack steht kurz vor der Blüte. Und am Kirschbaum schwellen bereits die Knospen.

Endlich summt es wieder im Garten. Nach hoffnungsvollem Beginn um den 10. März  konnten Bienen und Hummeln fast einen Monat lang keinen Flügel nach draußen bewegen. Viele Imker mussten zufüttern, weil die Vorräte im Stock knapp wurden. Nun sind die Insekten wieder da.

Holzbiene in Frankfurt

Die Holzbiene gilt in Deutschland als bedroht. Foto: Wikipedia

Sogar die Holzbiene, mit drei Zentimeter Länge die größte heimische Biene und komplett schwarz, ist zurück. Um sie habe ich mir im vergangenen Jahr Sorgen gemacht, nachdem im Vorjahr die Pergola unter den Glyzinen zusammengebrochen war. Für den Neubau musste das Gewächs mit den riesigen Blüten komplett zurückgeschnitten werden. Erst im Frühsommer zeigte der Blauregen wieder Lebenszeichen, geblüht hat er aber seitdem noch  nicht. Als Ersatz gab es Löwenmäulchen.

Die Insekten bekommen nun noch die Restblüte eines Strauches mit, den ich lange für eine   Schneeforsythie hielt. Mittlerweile weiß ich aufgrund der Blütenform, dass es eine Wohlriechende Heckenkirsche (Lonicera fragrantissima) sein muss.

Foto: Marion Menrath

Die Wohlriechende Heckenkirsche blüht oft schon im Januar. Bienen und Hummeln fliegen auf dieses frühe Nektarangebot. Foto: Marion Menrath

Das Geißblattgewächs stammt aus China und verbreitet bereits im Vorfrühling direkt am Hauseingang einen sagenhaften Jasminduft. Sämtliche Hautflügler aus der Nachbarschaft fliegen darauf. Die erste Blüte öffnete sich bereits an Heiligabend.

Die Heckenkirsche ist Teil eines Hausgartens, den ich vor drei Jahren übernommen habe. Mit geschätzten hundert Quadratmetern ist es zwar vergleichsweise winzig, steckt aber voller Überraschungen. Im Vorgarten ist Platz für Teich, Pergola und eine dichte Hecke aus Eibe und Wolligem Schneeball. Entlang des Hauses zieht sich ein dünner Streifen mit Rosen und weiteren Sträuchern. Und hinter dem Haus ist eine Nutzpflanzenecke mit Himbeeren, Wasserfass und Kirschbaum. Auch im dritten Jahr finde ich immer noch Pflanzenarten, die ich bisher übersehen habe.

Nur für Nutzpflanzen ist eigentlich kaum noch Platz. Deshalb kommen die Tomaten zu einigen (wenigen) Blumen in die Pflanztröge vor dem Wohnzimmerfenster, wo sie zudem gegen Regen geschützt sind. Salat und Radieschen habe ich das Pflanzgefäß der neuen Pergola ausgesät und die Kartoffeln gedeihen ganz gut in großen Pflanzsäcken.

Was sich so im Garten tut, will ich in diesem Blog beschreiben, dabei aber auch immer wieder mal einen Blick über den Zaun werfen.

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