Langsamer Abschied vom Buchs

Buchsbaumzünsler auf Buxus sempervirems

Trauriger Anblick: Dieser Buchsbaum macht seinem Beinamen “sempervirens” (immergrün) keine Ehre mehr. Er ist stark mit Buchsbaumzünslern befallen und wurde mittlerweile entfernt. Foto: Marion Menrath

Vor drei Jahren im Juni fing es an: Die kleine Buchsbaumhecke am Kirschbaum und die fünf größeren Büsche zeigten Fraßschäden an Blättern. Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) war auch in meinem Garten angekommen. Continue reading

Tomaten-Verwirrung

Tomaten-Jungpflanzen Foto: Marion Menrath

Die Tomaten sind gekeimt. Aber wo wächst welche Sorte? Der Klebestreifen mit der Beschriftung ist abgefallen, sodass es zwei Möglichkeiten gibt. Foto: Marion Menrath

Mir ist was Dummes passiert. Am 27. März habe ich Tomatensamen gesät, sechs Sorten in sieben Reihen mit je vier Kokos-Quelltöpfen. Und natürlich habe ich diese auch beschriftet – mit Filzstift auf einem Klebestreifen, den ich außen an dem Minigewächshaus angebracht habe. Dann sind die Tomaten nach und nach gekeimt. Ich habe das Gewächshaus immer wieder gedreht, damit die Pflanzen gleichmäßig wachsen. Und irgendwann war dann das etwas mürbe Klebeband weg – einfach abgefallen. Was jetzt? Continue reading

Der Spatz ist der König der Wintervögel

Männlicher Hausspatz

Männlicher Haussperling Foto: Arnold Paul/Wikipedia

Jetzt ist es amtlich: Der Hausspatz ist erneut der König der Wintervögel, gefolgt von Kohlmeisen und Blaumeisen auf den Plätzen zwei und drei. Exakt in dieser Reihenfolge habe ich die Vögel in meinem Garten auch gezählt: 22 Hausspatzen (was für ein Geflatter!), vier Kohlmeisen, drei Blaumeisen. Nicht gezählt habe ich leider das Elstern- und Türkentaubenpaar aus dem Nachbargarten, die sich in der Zählstunde rar machten, die beiden Amseln, die sich nach Abschluss der Zählung über die Reste der Beeren vom Wilden Wein hermachten und den Zaunkönig, der eines Tages – auch nach der Zählung – völlig ohne Scheu in der Heckenkirsche vor dem Fenster herumturnte. Continue reading

Im Früchtewunderland auf Madeira

Markthalle_funchal

Früchtevielfalt in der Markthalle von Madeiras Hauptstadt Funchal. Foto: Marion Menrath

Wer samstags in der Markthalle von Madeiras Hauptstadt Funchal steht, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Bananen, Papayas, Avocados und Mango sind zwar längst auch in Deutschlands Supermärkten zu kaufen, doch nicht in dieser Frische und Vielfalt. Das ganzjährig milde Klima macht es möglich. Passionsfrüchte (Maracuja) gibt es beispielsweise in verschiedenen Geschmacksrichtungen – einige schmecken eher nach Banane, andere nach Zitrone. Andere Früchte und Gemüse sieht man dagegen selten oder nie in Mitteleuropa. Continue reading

Das Wespennest

Wespennest im Efeu

Auch wenn das Wespennest im Efeu verborgen ist, sollte man nicht hineingreifen. Foto: Marion Menrath

Endlich weiß ich, was die Redewendung “In ein Wespennest stechen” bedeutet. Das heißt, hineingestochen habe ich nicht, eher hineingegriffen, jedenfalls fast. Dass die Wespen solche Annäherungsversuche nicht gut finden, kann man sich denken. Dass ich nichts von ihrer Anwesenheit wusste, lassen die Hautflügler auch nicht gelten. Continue reading

Der Frühling läuft sich langsam warm

Wohlriechende Heckenkirsche (Lonicera fragrantissima) auch Winter-Geißblatt genannt. Foto: Marion Menrath

Wohlriechende Heckenkirsche (Lonicera fragrantissima) auch Winter-Geißblatt genannt. Nach spärlichem Blühbeginn im Dezember legt der chinesische Zierstrauch jetzt Anfang März richtig los und liefert Nahrung für die ersten Insekten. Foto: Marion Menrath

Dieses Frühjahr zerrte bisher an den Nerven, mit seinem ständigen Auf und Ab der Temperaturen. Zumindest sprechen die Meteorologen seit Sonntag von Frühling. Zwar sind zu den Schneeglöckchen und der seit Dezember erst spärlich, mittlerweile üppig blühenden Wohlriechenden Heckenkirsche (Lonicera fragrantissima), einem Zierstrauch aus China,  Krokusse und Winterlinge dazu gekommen. All das taugt aber phänologisch nur zum Vorfrühling. Allergiker klagen wegen blühender Erlen und Haselsträuchern schon seit Wochen über zunehmenden Heuschnupfen. Die anderen husteten und schnieften wegen grassierender Erkältungen und Grippe mit. Continue reading

Warm, kalt, gefroren, warm, kalt

Rosenblüte im Dezember

Spätblüher: Diese englische Rose hatte bis kurz vor Weihnachten noch keine Lust auf Winterruhe. Foto:Marion Menrath

Der Jahreswechsel begann gleich mit Wetterkapriolen. 2014 geht in Deutschland als das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte ein. Wobei diese Wärme nach meinem subjektiven Empfinden sehr ungünstig verteilt war: Zu Jahresbeginn blieb der Winter komplett aus und auch der Spätherbst war sehr mild. Der Hessentag in Bensheim vom 6. bis 15. Juni machte mit Temperaturen über 30 Grad und zehn Tage ohne Regen als Sommermärchen von sich reden. Da ich dort gut eingespannt war, vertrocknete in dieser Zeit in meinem Garten eine neu gepflanzte Blutjohannisbeere. Im Juli wurde es dann aber wechselhaft und der August fiel quasi komplett ins Wasser.

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Das Himbeerorakel ist kaputt

Falls sich jemand wundert, dass es keine Himbeer-Vorhersagen mehr gibt: Das Himbeerorakel ist kaputt, die Ernte fast beendet. Das fing schon beim Viertelfinale Frankreich gegen Deutschland an. Das Himbeerorakel sah nur noch Schwarz: Nur noch die schwarze Sorte “Black Jewel” lieferte einigermaßen Erträge. Dazu gab es zwei rote Himbeeren. Die Gelben hatten einfach die Produktion eingestellt. Zum Glück hatte ich an dem Tag Internetprobleme und schaffte es nicht, die verheerende Prognose vor 18 Uhr zu posten.

Beim Halbfinale gegen Brasilien hätte das Orakel dann völlig versagt. Jetzt gab es auch nur noch schrumpelige, kleine schwarze Himbeeren, keine roten und gelben mehr. Bei “Black Jewel” hört der Ertrag immer ganz plötzlich auf. Die letzten Ruten verdorren einfach samt Mickerfrüchten. Ob das das gefürchtete Rutensterben bei Himbeeren ist, weiß ich nicht. Meine roten Sorten sollen immun dagegen sein und früher wuchsen in der Ecke, wo sie stehen, auch keine Himbeeren.

Mittlerweile haben die schwarzen und roten Sorten die Produktion eingestellt. Dafür wird die gelbe “Golden Queen”, die eigentlich eine Herbsthimbeere ist, noch einmal ein Comeback feiern – vermutlich aber erst nächste Woche. Weil dieses Jahr alles ein bisschen früher ist, trägt sie schon Mitte Juli und zwar an diesjährigen Ruten, kaum das die letztjährigen die Produktion eingestellt haben. Es wird also noch zeitnah feine goldene Früchtchen geben, was immer das für die WM heißen mag.

Himbeerorakel: Deutschland – Algerien

himbeerorakel

Schwarz, Schwarz, Schwarz sind heute fast alle meine Himbeeren. Rot und Gelb ist nur noch in Spurenelementen enthalten. Foto: Marion Menrath


Das nächste Spiel ist immer das Schwerste, sagen die Sportler. Heute Abend tritt Deutschland im Achtelfinale gegen Algerien an. Während andere Hunde, Wollschweine oder Nasenbären als WM-Orakel einsetzen, vertraue ich auf meine Himbeeren in den Farben Schwarz, Rot und Gelb. Solange alle drei Farben im Garten geerntet werden können, sieht es gut aus für Deutschland. So ein Orakel ist natürlich komplett gaga, aber auch nicht schlechter als ein Kraken- oder Wollschweinorakel. ;-)
Die Himbeeren haben gesprochen und sagen Schwarz, Schwarz, Schwarz, Schwarz mit jeweils nur drei Einsprengseln roter und gelber Himbeeren. Prognose: Deutschland kommt weiter, aber nach einem harten Arbeitssieg. Wenn nicht, werden die Himbeeren künftig gleich gegessen und nicht mehr vorher angeschaut, versprochen.

WM-Orakel mit Himbeeren

Schwarz, rot, gelb sind die Himbeeren aus meinem Garten - wie die deutsche Flagge, nur etwas ungeordneter. Foto: Marion Menrath

Schwarz, Rot, Gelb sind die Himbeeren aus meinem Garten – wie die deutsche Flagge, nur etwas ungeordneter. Foto: Marion Menrath

Andere verwenden Tiere als Orakel, um die Spiele der Fußball-WM vorauszusagen: Hunde, Pferde, Nasenbären, Gürteltiere oder den berühmten Orakelkraken Paul. Ich vertraue auf Himbeeren, die in Schwarz, Rot, Gelb in meinem Garten wachsen. Continue reading