Tomaten mit Schlagseite

Tomatenwildnis vor dem Wohnzimmerfenster. Sechs Pflanzen finden dort maximal Platz. Dafür stehen sie schön überdacht, gut gewärmt zur Südseite und trotzdem luftig. Foto: Marion Menrath

Tomatenwildnis vor dem Wohnzimmerfenster. Sechs Pflanzen finden dort maximal Platz. Dafür stehen sie schön überdacht, gut gewärmt zur Südseite und trotzdem luftig. Foto: Marion Menrath

Es ist wieder passiert. Dabei habe ich dieses Jahr extra den Sommerurlaub vorverlegt, damit ich im Hochsommer rechtzeitig zurück bin, um meine Tomatenpflanzen zu hätscheln und zu tätscheln. Als ich 2012 Ende August aus dem Urlaub zurückkam, erwartete mich nicht nur eine Tomatenschwemme, der ich nur noch mit Verschenken Herr wurde, sondern auch Pflanzen, die über die Brüstung vor dem Wohnzimmerfenster herunterhingen und eigentlich nur noch mit einem Kran oder akrobatischen Verrenkungen abzuernten waren. Nun beugt sich eine schwer beladene Pflanze der Sorte Schwarzer Prinz samt dem Anbindestab der Schwerkraft und hat schon schwer Schlagseite bekommen. Continue reading

Monsterraupen, The next Generation

Pergamentartige Fraßstellen an Buchsblättchen sind erste Anzeichen für einen Befall mit dem Buchsbaumzünsler. Foto: Marion Menrath

Pergamentartige Fraßstellen an Buchsblättchen sind erste Anzeichen für einen Befall mit dem Buchsbaumzünsler. Foto: Marion Menrath

Sie sind wieder da – oder vielleicht waren sie auch nie weg, die Raupen des Buchsbaumzünslers in meinem Garten. Wochenlang glaubte ich, Ruhe zu haben vor den gefrässigen Raupen.
In Wirklichkeit haben sie wohl einfach im Verborgenen an Blättchen und Zweigen meiner fünf Buchsbaumkugeln und in der kleinen Hecke weiter genagt und dazu auch heimtückischerweise meinen Urlaub genutzt. Continue reading

Nach dem Sturm

Nachdem das kurze, aber heftige Unwetter am späten Dienstagnachmittag im Rhein-Main-Gebiet mal schnell den S-Bahn-Verkehr und den Flughafen lahmgelegt hat, bin ich doch mit etwas Bauchgrimmen nach Hause gefahren.

Am Arbeitsplatz in Heppenheim wurde der Himmel mitten am Tag bedrohlich dunkel. Unwetter in Heppenheim Es stürmte heftig und einige Geschäftsleute in der Innenstadt konnten gerade noch Ständer mit Kleidern oder Taschen ins Trockene bringen. Dann schüttete es einige Zeit und dann war der Spuk schon wieder vorbei. In Heppenheim selbst wurde nur ein einziger umgestürzter Baum gemeldet.

Zuhause in Griesheim führte der erste Weg in den Garten. Die erste Bestandsaufnahme fiel positiv aus: Alle Bäume und Sträucher waren an ihrem Platz, minus einiger Blätter; auch das Haus hatte keinen Ziegel verloren (vermutlich immer noch der erste Satz von 1983). Da das Unwetter von Westen kam, blieben sogar die mittlerweile sehr schweren Tomatenpflanzen vor dem Wohnzimmerfenster an der Südseite verschont.

Unerwünscht: Mögen die Fühler noch so putzig aussehen, die gefrässige Spanische Wegschnecke bekommt in meinem Garten kein Aufenthaltsrecht. Foto: Guillaume Brocker/Wikipedia

Unerwünscht: Mögen die Fühler noch so putzig aussehen, die gefrässige Spanische Wegschnecke bekommt in meinem Garten kein Aufenthaltsrecht. Foto: Guillaume Brocker/Wikipedia

An der Westseite musste ich eine große Glockenblume wieder aufrichten und von zwei dicken roten Nacktschnecken befreien. Diese Monster- Spanischen Wegschnecken dachten wohl, wenn der Stengel erst einmal auf der Erde liegt, kommen sie leichter an die delikaten Blätter. Wo sind eigentlich meine stachligen Untermieter, wenn man sie mal braucht?
Außerdem hat es leider zwei Fuchsienzweige erwischt und eine Freilandtomate musste wegen eines abgeknickten Stengels sorgfältig geschient werden.

Den größten Schreck bekam ich am Schluss auf der Terrasse: Dort lag ein großer Kirschbaumzweig mit schon angewelkten Blättern herum. Sollte es nächstes Jahr noch schlechter mit der Kirschenernte aussehen? Doch dem Bäumchen, das übrigens auf der entgegengesetzten Hausseite steht, schien kein Ast zu fehlen. Die Lösung wusste der Mann, als er vom Sport kam. Den Ast hat er von Freunden geschenkt bekommen, um daraus Kirschholz-Chips für die nächsten Grillexperimente herzustellen. Nun denn, dann ist ja alles noch mal gut gegangen.