Schmatzen im Gebüsch

Erwischt: Der nächtliche Besucher gehört zur Art Erinaceus europaeus, Westeuropäischer Igel oder Braunbrustigel. Und er hatte noch einen Partner mitgebracht. Foto: Marion Menrath

Erwischt: Der nächtliche Besucher gehört zur Art Erinaceus europaeus, Westeuropäischer Igel oder Braunbrustigel. Und er hatte noch einen Partner mitgebracht. Foto: Marion Menrath

Möglicherweise habe ich neue Mitbewohner im Garten, vielleicht sind sie aber auch schon weitergewandert. Schuld an der Begegnung mit zwei ausgewachsenen Europäischen Igeln ist Königin Victoria – das heißt ein Film über die junge Königin Victoria. Um das zu erklären, muss ich wohl etwas ausholen.
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Schnee, der auf Wiesen fällt

Keine Fata Morgana: Noch vor einem Monat, am 24. Juni fiel in den Dolomiten, in der Nähe von Sexten Neuschnee bis auf 1500 Meter Höhe. Foto: Marion Menrath

Keine Fata Morgana: Noch vor einem Monat, am 24. Juni fiel in den Dolomiten, in der Nähe von Sexten Neuschnee bis auf 1500 Meter Höhe. Foto: Marion Menrath

Bei der derzeitigen Hitzewelle ist es selbst für mich fast unvorstellbar: Doch noch vor einem Monat sind wir Ende Juni am ersten Urlaubstag in den Dolomiten von frisch gefallenem Schnee begrüßt worden. Plötzlich hatten Wiese, Schaukel und eine Hängematte eine frische Haube aus Schnee. Gut der Bauernhof, wo wir in Sexten Urlaub machten, liegt auf 1500 Meter Höhe. Eventuell hatten wir verdrängt, dass die Dolomiten auch ein beliebtes Reiseziel für den Winterurlaub sind. Aber doch nicht Ende Juni! Jedenfalls hatten wir offenbar versäumt, Skier mitzubringen.

Das Tückische an Altschneefeldern im Hochgebirge im Sommer ist, dass man von oben nie sieht, wie tragfähig das Ganze ist. Möglicherweise fließt unter dem Schneefeld schon längst ein Bach. Foto: Marion Menrath

Das Tückische an Altschneefeldern im Hochgebirge im Sommer ist, dass man von oben nie sieht, wie tragfähig das Ganze ist. Möglicherweise fließt unter dem Schneefeld schon längst ein Bach. Foto: Marion Menrath

Doch auch für das Vieh auf den Almen war der Schnee eine unliebsame Überraschung: Kälteschock fürs Vieh In die Sommerfrische auf der Alm kommen meist Jungkühe vor dem ersten Kalben. Wie auf der Nemes-Alm zu erfahren war, musste dort sogar der Tierarzt kommen. Die Jungrinder seien zu unerfahren gewesen, um im Wald Schutz vor dem Schnee zu suchen, erzählte der Hüttenwirt.

Auf 2400 Meter Höhe sind selbst die Picknickbänke Mitte Juli noch im Schnee versunken. Foto: Marion Menrath

Auf 2400 Meter Höhe sind selbst die Picknickbänke Mitte Juli noch im Schnee versunken. Foto: Marion Menrath

Zwar schmolz die weiße Pracht dann rund um den Hof in den nächsten Stunden. In höheren Lagen fiel jedoch bis zu 20 Zentimeter Schnee, der uns dann in den nächsten Wochen bis Mitte Juli bei Wanderungen wieder begegnen sollte. Die Fotos habe ich jetzt wieder in der Hoffnung auf etwas geistige Abkühlung hervorgeholt.

Merkwürdige Begegnung: Sommeroutfit im Schneefeld bei der Büllelejochhütte in den Sextner Dolomiten. Foto: Marion Menrath

Merkwürdige Begegnung: Sommeroutfit im Schneefeld bei der Büllelejochhütte in den Sextner Dolomiten. Foto: Marion Menrath

Nach einem schneereichen Winter mit mehreren Metern Schnee sind selbst im Hochsommer auf 2400 Meter Höhe noch überall Altschneefelder zu finden. Eine Picknick-Bank und sommerlich gekleidete Menschen im Schneefeld gehören dabei eher zu den lustigeren Erscheinungen.

Weniger lustig wird es, wenn auf der trotz 1200 zu überwindenden Höhenmetern, als leicht beschriebenen Drei-Hütten-Runde die Altschneefelder in der letzten Etappe zwischen Büllelejoch- und Drei-Zinnen-Hütte auftauchen.

Meterhohe Schneewände unterbrechen noch Mitte Juli den Zugang zu einem Wanderweg. Foto: Marion Menrath

Meterhohe Schneewände unterbrechen noch Mitte Juli den Zugang zu einem Wanderweg. Foto: Marion Menrath

Rutschige Angelegenheit: Der beliebte Wanderweg auf der Drei-Hütten-Tour von Zgigmondy- über Büllelejoch- zur Dreizinnenhütte führt leider auch Mitte Juli noch über etliche Altschneefelder. Foto: Marion Menrath

Rutschige Angelegenheit: Der beliebte Wanderweg auf der Drei-Hütten-Tour von Zgigmondy- über Büllelejoch- zur Dreizinnenhütte führt leider auch Mitte Juli noch über etliche Altschneefelder. Foto: Marion Menrath

Dann hat man die Wahl, entweder umzukehren oder sich doch vorsichtig in kleinen Schritten durch den Schnee voranzutasten. Ganz ungefährlich ist das nicht, wie hinterher aus der Dolomitenzeitung zu erfahren war. Schließlich geht es direkt am Weg einige Meter abwärts.

In einer anderen Region sind auf solchen Altschneefeldern zwei Mitglieder einer größeren Wandergruppe abgestürzt. Während der Bergführer den ersten Verunglückten im Rettungshubschrauber begleitete, rutschte ein weiteres Mitglied der Gruppe beim Abstieg aus.

Bei uns ist zum Glück alles gut gegangen und am Ende gab es einen Humpen Apfelschorle in der Drei-Zinnen-Hütte, bevor wir uns wieder an den Abstieg machen mussten. Denn 1000 Meter Abstieg wollen erst einmal bewältigt werden. Da freuen sich die Knie. Beim Aufstieg wiederum bleibt meist genügend Zeit, die Blumenvielfalt zu bewundern. Davon erzähle ich beim nächsten Mal.

Was vom Juni übrig blieb

Premiere: Das erste Rosengelee aus meinem Garten ist schon ganz gut geworden. Dabei habe ich überwiegend weiße Blütenblätter verwendet. Foto: Marion Menrath

Premiere: Das erste Rosengelee aus meinem Garten ist schon ganz gut geworden. Dabei habe ich überwiegend weiße Blütenblätter verwendet. Foto: Marion Menrath

Tschuldigung. Eigentlich hätte an dieser Stelle schon längst eine Bilanz des Rosenmonats Juni stehen sollen. Doch erst fing der Juni zu kühl an. Dann wurde es plötzlich sehr heiß und dann nahte auch noch der Urlaub Ende Juni in Riesenschritten. Plötzlich musste bei der Arbeit und im Garten alles gleichzeitig passieren: Als erstes wurden die Frühkirschen Anfang Juni quasi über Nacht reif.

Nur Steine blieben von den meisten Süßkirschen übrig. Die Amseln waren mal wieder schneller. Foto: Marion Menrath

Nur Steine blieben von den meisten Süßkirschen übrig. Die Amseln waren mal wieder schneller. Foto: Marion Menrath

Leider bekamen die Vögel das als erste mit. 860 Gramm Früchte konnte ich für Kirschpfannkuchen für uns Menschen retten. Vom Rest blieben nur Stiele und Steine. Normalerweise gönne ich den Amseln ja ein paar Früchte. Doch nach dem kühlen Frühjahr waren diese offenbar besonders ausgehungert und es gab sowieso mangels Insekten weniger Kirschen. Jedenfalls verstehe ich jetzt, warum manche Gärtner auf gelbe Kirschen setzen – die sind offenbar für die Vögel weniger attraktiv. Vielleicht denke ich nächstes Jahr neu über ein Netz nach. Doch darin könnten sich auch unschuldige Spatzen verheddern, die als echte Körnerfresser den Schnabel von den Kirschen lassen,

Kurz vor dem Urlaub wurden auch die Stachelbeeren reif: Am Samstag waren sie noch total hart und am Donnerstag drauf lagen sie schon teilweise auf dem Boden. Das Stachelbeerbäumchen ist ein echter Veteran, das in zwölf Jahren schon zweimal mit umgezogen ist und neun Jahre (zuletzt aber mehr schlecht als recht) in einem Topf auf dem Balkon überlebt hat. Also gilt es, seine Erzeugnisse respektvoll zu behandeln und nichts verkommen zu lassen. 1,4 Kilogramm Beeren habe ich noch rasch zusammen mit 2,5 Kilo Erdbeeren zu Marmelade verarbeitet.

Im Vorrat findet sich nun auch etwas Besonderes: Das erste selbstgemachte Rosengelee. Rosen hat mir die Vorgängerin sehr viele verschiedene hinterlassen. Eigentlich wollte ich diese immer schon mal kulinarisch verwenden, doch meist scheue ich davor zurück, die schönen Blüten abzuschneiden. Und bis ich mich entscheide, ist dann die Blütezeit vorbei. Der Monsterrambler hat mir dieses Mal aber die Entscheidung leicht gemacht, denn er wucherte einfach den Briefkasten zu.

Hinter dieser Rambler-Rose verbirgt sich ein Briefkasten. Bei der Wahl zwischen Post und Pflanze muss ein Teil der Rose weichen. Foto: Marion Menrath

Hinter dieser Rambler-Rose verbirgt sich ein Briefkasten. Bei der Wahl zwischen Post und Pflanze muss ein Teil der Rose weichen. Foto: Marion Menrath

Der Mann hatte bei der Entscheidung zwischen Post bekommen und Rose schonen klare Prioritäten, sodass ich dann notgedrungen zur Gartenschere griff und plötzlich massenhaft Rohstoff für Gelee hatte. Verwendet habe ich ein tolles, mit vielen Bildern und Schritt für Schritt erklärtes Rezept aus dem Küchenblog von Barafra: Barafras Kochlöffel.

Meine Rambler-Rosen, vermutlich die  Sorte New Dawn, haben nur einen leichten Rosa-Ton und sind überwiegend weiß. Deshalb gab ich zu den 2,5 Litern Blütenblättern doch noch einige Blüten (etwa fünf) meiner schönen rosa Duftrosen dazu. Die Blütenblätter ließ ich aus Zeitgründen fast zwei Tage in der entsprechenden Menge Wasser einweichen (900 Milliliter Wasser pro Liter Blütenblätter). Dann wird es aber höchste Zeit das Ganze zu kochen, sonst könnte es noch vergammeln. Nach dem Aufkochen muss der Sud abkühlen (damit das Aroma optimal rüberkommt), bevor die Blütenblätter abgeseiht werden. Bei Gelee verwendet man pro 750 Milliliter Sud ein Kilogramm 1:1-Gelierzucker. Weggegossen habe ich von dem Sud übrigens nichts. Ich passe einfach die Menge an Gelierzucker entsprechend an und nehme einen größeren Topf. Fazit: Das Gelee (etwa 10 Gläser) ist total fest geworden, hat eine rosa Farbe und riecht sehr schön nach Rosen. Mir als Konditortochter ist es allerdings etwas zu süß. Beim nächsten Mal probiere ich vielleicht doch den 2:1-Zucker, auch wenn das Gelieren dann schwieriger wird.

Im nächsten Post erzähle ich dann von den fantastischen Blumenwiesen im Urlaub in Südtirol. Eigentlich hatte ich extra einen Laptop mitgenommen, um damit ein bisserl aktueller zu sein. Hüstel: Es fehlte nur leider das Master-Passwort für die Blogs, das derzeit nur auf dem heimischen PC vorhanden ist…