„Schutzengel“: Filmkritiker-Verband wirft Til Schweiger Zensur vor

(dh). Man mag ja von Til Schweiger und seinen Filmen halten, was man will. Unbestritten gehört der Schauspieler, Regisseur und Produzent aber zu den erfolgreichsten deutschen Filmschaffenden. Weil Schweiger allerdings sehr dünnhäutig ist, wenn seine Werke von Filmjournalisten negativ rezensiert werden – zum Beispiel stänkerte er auch extrem über die Richtlinien zur Vergabe des Deutschen Filmpreises, weil sein Film „Keinohrhasen“ seinerzeit dabei nicht berücksichtigt wurde -, gibt es keine offiziellen Vorab-Pressevorführungen seiner Filme mehr. Normalerweise sind solche Sondervorstellungen üblich, damit die Medien rechtzeitig zum Kinostart Rezensionen veröffentlichen können.
Weil nun auch Schweigers neuestes Werk „Schutzengel“ (ab 27.9. im Kino) wieder einmal nicht vorab der Presse gezeigt wird, vermutet der Verband der Deutschen Filmkritik (VDFK), dass die kritische Auseinandersetzung mit dem Werk offenkundig nicht gewollt ist. In einer Pressemitteilung heißt es dazu: „Der Verband protestiert gegen diese unfaire Benachteiligung von Journalisten und (…) fordert des weiteren Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien, auf, derartigen Zensurbemühungen und der Behinderung der Arbeit der Presse (…) ein Ende zu setzen.“ Wer Steuergelder für die Produktion seines Filmes beanspruche oder Gelder aus einem Solidaritätsfonds der Filmbranche, der durch ein Bundesgesetz entsteht, sollte dem VDFK zufolge „verpflichtet werden, seinen Film mindestens eine Woche vor Bundesstart (…) allen interessierten Filmjournalisten zugänglich zu machen.“

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