Nachruf: “Visage”-Sänger Steve Strange ist tot

Steve Strange ist tot.

Steve Strange ist tot.

(dh). Die 1978 gegründete Band „Visage“ hat Popmusik-Geschichte geschrieben. Ihren Hit „Fade to Grey“ kennt jeder, der Anfang der achtziger Jahre die von der aufkommenden Synthesizer-Musik geprägte New-Wave-Welle aus Großbritannien mitbekommen hat.

Für viele damalige Waver bedeutete „Visage“ aber noch weitaus mehr. Denn deren exzentrischer Frontmann Steve Strange war der wichtigste Mitbegründer des Postpunk-Phänomens der „New Romantics“ und galt als Türsteher des legendären Londoner „Blitz“-Clubs als eine Art Hohepriester dieser Mode-Bewegung und Jugendkultur. Im Video zu David Bowies „Ashes to Ashes“ trat Strange erstmals als Harlekin in Erscheinung, und es gibt eigentlich keine offiziellen Fotos und Musikvideos, auf denen der Sänger normal aussieht.

Innencover des zweiten "Visage"-Albums "The Anvil". Foto: Label

Innencover des zweiten “Visage”-Albums “The Anvil”. Foto: Label


Mit „Visage“ hatte Steve Strange nach „Fade to Grey“ – der Titel landete in 21 Ländern auf Platz eins, darunter sieben Wochen lang in Deutschland – auch noch einige weitere Synthiepop-Kulthits, die fortan auf keiner New-Wave-Party mehr fehlen durften: „Mind of a Toy“, „The Damned Don’t Cry“ und „The Anvil“ etwa.
Ausbleibender Erfolg führte 1985 aber schließlich zur Auflösung von „Visage“. Steve Strange belebte sein Projekt zwar 2004 erneut, aber es dauerte noch fast zehn weitere Jahre, bis mit „Hearts and Knives“ endlich wieder ein Album erscheinen sollte. Zusammen mit einem nachfolgenden Kompilationsalbum mit Orchester-Versionen der „Visage“-Hits war es das letzte musikalische Lebenszeichen der Achtziger-Ikone. Steve Strange starb nun im Alter von 55 Jahren an einem Herzinfarkt, wie seine Plattenfirma bekanntgab. Der gebürtige Waliser sei in einem Krankenhaus in Ägypten gestorben, als er schlief.

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