Ist Joachim Witts Musikvideo “Gloria” jugendgefährdend?

(dh). Der deutsche Sänger Joachim Witt (“Goldener Reiter”, “Die Flut”) ist schon so manches Mal als Provokateur in Erscheinung getreten beziehungsweise als solcher empfunden worden. In seinem aktuellen Musikvideo “Gloria” gibt es eine Sequenz, die in einem Kriegsgebiet spielt. Eine Frau wird von Soldaten vergewaltigt, ein Mädchen schaut unfreiwillig dabei zu und liegt kurz darauf tot im Staub. Dies ist jedoch nicht der Stein des Anstoßes. Große Aufregung herrscht vielmehr, weil die Soldaten als Bundeswehr-Angehörige zu erkennen sind. Nun will die Bundesregierung das Video auf den Index setzen lassen: Sollte es als jugendgefährdend eingestuft werden, darf es nur noch Erwachsenen zugänglich gemacht und muss gesperrt werden. Auf die Begründung sind wir gespannt, denn der Umstand, dass Bundeswehr-Soldaten zu sehen sind, dürfte wohl kaum jugendgefährdend sein. Das Video ist auch eindeutig künstlerisch orientiert und alles andere als blutrünstig. Und nur so als Beispiel: Brian de Palma hat 1989 mit Michael J. Fox und Sean Penn einen ganzen Spielfilm namens “Die Verdammten des Krieges” zu diesem Thema gedreht. Man kann Witt natürlich vorwerfen, die Bundeswehr zu negativ darzustellen. Aber das ist seine künstlerische Freiheit und sollte verschmerzbar sein. Vielleicht braucht man ja auch solche Provokationen, um über bestimmte Themen mal genauer nachzudenken. Denn dass es in Kriegsgebieten zu Vergewaltigungen und Morden kommt, ist ein trauriger Fakt. Und es sind nicht immer nur die “Bösen”, die dafür verantwortlich sind. Man könnte übrigens auch sagen: Krieg ist jugendgefährdend.

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