“A video a day”: Saufen fürs Gemeinwohl

In der Krise wird in den USA offensichtlich mehr Bier getrunken. Mit den Einnahmen werden jetzt in Portland gemeinnützige Projekte finanziert. Archivfoto: dpa

(kfe). Wir haben heute Morgen, direkt nachdem wir unseren Kaffee gekippt haben, in der US-amerikanischen Online-Zeitung von Frau Huffington gesehen und gelesen, dass in Portland, Oregon – das ist da, von wo die meisten Bandmitglieder der Gruppe “Gossip” geflohen sind, weil`s ihnen zu konservativ zugeht – demnächst ein “Public House”, also ein örtliches Pub mit eigenen, regionalen Bieren und einem Gemeinschaftsraum als erstes “non-profit Pub” der USA öffnet.

Unter dem Motto “Have a pint, change the world” kann man hier sein Bier trinken und einen Hamburger essen und unterstützt mit seinem Obulus soziale Projekte der Nachbarschaft. Saufen fürs Gemeinwohl also.

Die Idee hatte Ryan Saari vor ein paar Jahren mit Freunden. Zwar mangele es in der Region nicht an sozialem Engagement und Community-Projekten. Aber nach der Wirtschaftskrise würden die Leute eben doch am ehesten beim Spenden für diese Projekte sparen, entdeckte Saari. Hingegen ginge der Absatz von Alkohol, speziell Bier, in Zeiten der Krisen hoch, sagt der zukünftige Pub-Betreiber. Und da wäre man auf die Idee gekommen, diese beiden Realitäten zusammenzubringen.

Den Deutschen wird das jetzt bekannt vorkommen: Genau, vor ein paar Jahren machte die Firma Krombacher damit Werbung, dass man mit dem Kauf ihrer Bierkästen die Abholzung des Regenwaldes verhindern kann, also Saufen für der Regenwald. Krombacher hätte sich beim Portlander Brauer und Pub-Betreiber Ryan Saari jedoch noch was abgucken können: Der Erfolg kommt nicht allein durch die Tatsache, dass man das so macht. Sondern dadurch, dass man die Menschen langfristig bindet. So entstand das Pub durch die Hilfe vieler Freiwilliger über anderthalb Jahre. Die, die am meisten dazu beigetragen haben, die sogenannten “Level 1 Founder”, bekommen bis an ihr Lebensende jeden Tag ein Bier. Und nicht nur das: Dazu kommt ein personalisiertes, verziertes Glas mit Namen, das, wenn nicht in Gebrauch, schön dekorativ hinter der Bar steht. “Ein Pub sollte ein Ort sein, wo du gerne hingehst, wo du nicht mehr weg willst, wo du einfach abhängst, mit netten Leuten, gutem Essen und guten Drinks”, sagt Saari. Genau das finden wir auch. Da können noch so viele Bierkästen im Wohnzimmer stehen, das ist einfach nicht dasselbe.

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