Tagesspruch: Helden

Unser Spruch des Tages ist heute nicht der, der auf der Feuilleton-Seite steht („Nur das Gefühl versteht das Gefühl“ von Heinrich Heine), sondern versteckt sich in dem daneben stehenden Text zur Premiere von Wagners „Ring“ in Ludwigshafen: „Ein Held ist ein Niemand, der durch eine Tat zu einem Jemand wird.“ Der Satz kommt von einem türkischstämmigen Mädchen, das sich bei einem Wettbewerb „Create Siegfried“ beteiligt hat. Regisseur Hansgünther Heyme hatte diesen ins Leben gerufen, um junge Menschen mit in die Produktion einzubeziehen – und so auch junges Publikum für das Stück zu begeistern. Immerhin gehe es bei Wagners „Siegfried“ auch um Fragen, die die Jugend des 21. Jahrhunderts beschäftigen, wird Heyme im Artikel von Thomas Wolf zitiert. Wird Heyme dadurch selbst zum Helden? Ja, geht er doch neue Wege, um junge Menschen an das Theater heranzuführen.

Doch er ist nicht der einzige Held. Während es in TV und Kino von Superhelden nur so wimmelt, gibt es auch die „Helden des Alltags“. Sie werden durch kleine, alltägliche Taten zum Helden. Sie überlassen einem älteren Menschen den Platz im überfüllten Zug. Sie holen bereits am frühen Morgen den Müll ab oder tragen die Zeitung aus. Sie schreiben treffende Sätze, wie eben dieses Mädchen. Sie kümmern sich um ihre Nachbarn oder tun jemanden einen Gefallen. Sie engagieren sich ehrenamtlich. Sie haben einen guten Tipp und verbreiten gute Laune. Sie versorgen Kollegen mit Leckereien am Arbeitsplatz.

Sollten wir nicht alle „Helden des Alltags“ werden? (jlu)

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