Neulich in Bayern

81-24032241(kl.) Horst Seehofer ist der John Wayne der deutschen Politik. Politische Leichen pflastern den Weg des bayerischen Ministerpräsidenten, seine Salven krachlederner Volksnähe treffen oft auch die politischen Freunde. Bis ins Kanzleramt sind die Erschütterungen zu spüren, wenn der bayerische Ministerpräsident in seiner Münchner Staatskanzlei mal wieder auf den Tisch gehauen hat.
Jetzt hat es wieder gerumst – erwischt hat es diesmal ein Fernsehteam aus dem feindlichen Ausland, genauer gesagt aus NRW. Journalisten des Politmagazins „Monitor“ wollten Landtagspräsidentin Barbara Stamm bei einem Wahlkampfauftritt in Würzburg Fragen zur Selbstbedienungsmentalität bayerischer Abgeordneter stellen. Einer von ihnen hatte sich auf Staatskosten eine 6000-Euro-Leica besorgt und war dann auch noch zu blöd dazu, sie zu bedienen. Andere haben jahrelang munter ihre Ehefrauen und minderjährigen Kinder im Büro angestellt.

Ob in Bayern oder im Wilden Westen: Austeilen und Einstecken will gelernt sein.

Ob in Bayern oder im Wilden Westen: Austeilen und Einstecken will gelernt sein.

Als Seehofer vom Anliegen der feindlichen Journalisten erfuhr, soll er außer sich gewesen sein. „Das geht so nicht, die müssen raus aus Bayern!“, soll er befohlen haben. Er selbst werde sich sofort darum kümmern. So hat es zumindest ein Würzburger Zeitungskollege überliefert.
Anscheinend hat das „Monitor“-Team freiwillig den Rückzug angetreten, von einer polizeilichen Abschiebung über den Main ist jedenfalls nichts bekannt. Dennoch tut sich gar Unerhörtes unter blau-weißem Himmel. Nicht nur die Opposition im Landtag hat John Seehofer für seine Attacke getadelt. Sogar der Bayerische Staatsrundfunk übt vorsichtig Kritik. Sind das erste Anzeichen einer Götterdämmerung in Bayern?

 

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