Kreativität vermarkten: Ein Magazin über Praktikanten in England

So soll die Erstausgabe aussehen.

So soll die Erstausgabe aussehen.

(kfe). Die Debatte um unter- oder nicht bezahlte Praktikanten und Absolventen, die sich auch nach dem Studium noch ewig von Praktikum zu Hospitanz zu Praktikum hangeln, ohne dadurch bessere Chancen auf einen bezahlten, “richtigen” Job zu haben, ist mit steigernder Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa im letzten Jahr wieder abgeklungen. Angestoßen hatte sie Nikola Richter 2006 mit ihrem Buch “Die Lebenspraktikanten”. Freilich ist das Problem aber immer noch da, es hat jetzt nur noch zusätzlich andere Auswirkungen hinzubekommen.
In Großbritannien gibt es einen jungen Mann, der nun ein Magazin machen will, das die Talente der unbezahlten “Generation Praktikum” sichtbar und die Debatte darüber am Leben halten will. Bis morgen läuft dazu auf der Crowdfunding-Plattform “Kickstarter” das Funding für Alec Dudsons “Intern Magazine”. Der 29 Jahre alte Ex-Fotograf aus Manchester musste sich schon ein paar Tage vor Ablauf der Frist keien Gedanken mehr machen: Die erforderlichen 5500 Pfund hat er schon längst von über 300 Unterstützer zusammen. Die erste Ausgabe von “intern” soll noch im Herbst erscheinen. “Das Konzept von Karriere in den Medien oder überhaupt kreativen Berufen geht nicht mehr auf. Dennoch ist das Potenzial kreativer Menschen ungebrochen. Ihre Arbeit und ihre Ideen müssen aber erst einmal auffallen, so dass sie wahrgenommen und beschäftigt werden können.” Genau hier soll das neue Magazin helfen. Es geht also um Talent und um die Debatte generell über die Zukunft der Kreativindustrie. Vorher hat Dudson schon einen Tumblr-Blog zum Thema betrieben, aber das langte ihm wohl nicht an Aufmerksamkeit für die Sache.

Gute Idee mit dem Magazin, es wird sich dann aber vor allem zeigen müssen, ob wirklich potenzielle Auftraggeber das Magazin lesen werden oder ob es nicht eher selbstreferentiell in der Szene selbst verharrt. Es wird schwer sein für Dudson, nicht nur ein Print-Produkt, sondern gleich die ganze Zielgruppe der Mittzwanziger zu vermarkten. Aber Crowdfunding scheint andererseits den Weg frei zu machen für neue Möglichkeiten. Erst im vergangenen Monat schaffte der Lindenfelser Daniel Höly ebenfalls über Crowdfunding die Finanzierung für die erste Ausgabe seines Print-Magazins “SHIFT”, das eine Art modernes “NEON” für netzaffine junge Menschen zwischen 20 und 30 werden soll.

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