Der Fluch von Karben

sv98Die Kommune Karben liegt tief in der Wetterau. Das ist ein wilder Landstrich, der vom sicheren Süden aus betrachtet schon zur Provinz Hessisch-Kongo gehört. Das muss man wissen, wenn man sich darüber wundert, was sich derzeit zwischen Darmstadt und Offenbach tut.
Es war in jenem Jahr, als der SV98 hundert wurde:
Damals schickte sich unser alter Lieblingsgegner aus Offenbach gerade an, zweitklassig zu werden. Unser alter Lieblingsklub aber war erstmals in die viertklassige Oberliga abgestiegen. Und dann setzte es auch noch ein 0:1 in letzter Minute gegen den KSV Klein-Karben. Schlimmer kam’s nimmer. Noch heute wachen Fans in ihrem Lilienbettzeug schweißgebadet mit der Frage auf: Was tun wir bloß, wenn Groß-Karben kommt?
Dabei ist heute doch alles ganz anders. Und wir sehen: Karben war nicht das Ende, sondern der Anfang. Nach einigen lustigen Abstiegen und Insolvenzen stehen die Verhältnisse von 1998 heute auf dem Kopf. Ist das hessischer Kongo-Voodoo?
Jedenfalls fegt Darmstadt mittlerweile Duisburg und Rostock weg und strebt zur zweiten Liga. Offenbach aber ist pleite, viertklassig und verliert Heimspiele gegen Baunatal und Zweibrücken. Schon jetzt wachen Kickersfans nachts schweißgebadet auf und fragen sich: Was tun wir bloß, wenn Dreibrücken kommt?
Falls das der Fluch von Karben ist, geht’s für Offenbach weiter runter: Klein-Karben kickt jetzt sechstklassig. Den 98ern aber sollte der Aufstieg in Liga eins nicht mehr zu nehmen sein. Es sei denn,
ein furchtloser Kickersfan gräbt in einer Vollmondnacht am Böllenfalltor die rot-
weißen Wachspuppen von Dieter Müller und Jimmy Hartwig aus, die seit 1998
verhext unterm Anstoßkreis liegen müssen.

Von Stefan Benz

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