Zehn Jahre Miss IFA

Miss IFA bei der jährlichen Produktpräsentation seit 2003. Fotos: IFA, Collage: Anke Steinmetz

Miss IFA bei der jährlichen Produktpräsentation seit 2003. Fotos: IFA, Collage: Anke Steinmetz

(kfe). Am Freitag beginnt die Internationale Funkaustellung IFA in Berlin. Dann wird alles wieder rot – und sexy, diese Technik. 2003 war sie das erste Mal das Gesicht (und die Figur) der IFA: Miss IFA. Jetzt präsentiert eine unbekannte, junge Frau mit schönen Gesichtszügen und roter Perücke bereits im elften Jahr neue Produkte aus Unterhaltungs- und Haushaltselektronik. Insgesamt gibt es die Internationale Funkaustellung Berlin bereits seit 90 Jahren. Gefühlt war Miss IFA schon immer da, mal im engen Kleid, mal im roten Anzug oder auch ein bisschen im Look einer Action-Heldin, frisch aus einem Video-Spiel entsprungen. Stets aber natürlich lachend und meistens auf hohen Schuhen. Manchmal sogar ein bisschen lasziv, so wie da ein Föhn/Staubsaugerrohr/Pürierstab gehalten wurde. Klar: Frauen zeigen neue Geräte, aber Männer haben sie entwickelt, kaufen sie auch oder sollen sie kaufen und dazu braucht es eben auch bei Technik ein bisschen Erotik. 2009 hat “Bild” mal die damalige Miss IFA gefragt, wer sie ist. Und siehe da: Nicht nur durch ihr Äußeres war diese Dame qualifiziert, sondern sie hatte auch was Internationales und was mit Medien studiert. Immerhin. Die meisten auf der Messe werden das aber wohl nicht abfragen. Und die Medien tun ihr Übriges dazu. “Focus” zB nannte Miss IFA zwar mal “Technikbotschafterin”, titelte dann aber doch lieber mit “Miss IFA ist heiß auf Sauger”.

1973 gab's noch keine Miss IFA, aber natürlich schon Werbung durch schöne Frauen. Foto: IFA

1973 gab’s noch keine Miss IFA, aber natürlich schon Werbung durch schöne Frauen. Foto: IFA

Und evolutionstheoretisch gibt’s da auch noch was zu klären: Wie nämlich jemand ausgerechnet drauf gekommen ist, eine rothaarige Frau als Werbeträgerin zu nehmen. Denn es gibt Studien, die besagen, dass Männer vor rothaarigen Frauen Angst haben und Frauen gegenüber rothaarigen Geschlechtsgenossinnen eher skeptisch und zurückhaltend sind. Zu sehr ist da wohl noch die Sache mit den Hexen tief im Innern verankert. Andererseits: In gewisser Weise schützt das Miss IFA vielleicht auch.

1995 gab's verschiedene Motive. Auch mit Männern. Foto: IFA

1995 gab’s verschiedene Motive. Auch mit Männern. Foto: IFA

Dabei war die Botschafterin der Messe von 1999 bis 2003 ein virtuelles Maskottchen, also eher ein bisschen geschlechtsneutral. Und auch in Sachen Rollenbilder war die IFA in den Jahren davor schon viel weiter. Da präsentierten beispielsweise Frauen UND Männer neue Produkte, in verschiedenen Szenarien. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass in einer Branche, in der so schnell dauernd was Neues auf den Markt kommt, das Beständige von Tradition eben über andere Wege vermittelt werden muss: Über die sexy Hausfrau, die sich immer noch wie Bolle über den neuen Lockenstab freut. Dabei ging’s doch 1995 schon ganz natürlich mit T-Shirt am “Fernsehturm”:

1995. Foto: IFA

1995. Foto: IFA

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