Welches ist das richtige Schönheitsideal?

Die Schlacht um die Deutungshoheit über die Marke Abercrombie & Fitch geht noch weiter. Auch in Deutschland, genauer: in Hamburg, gab es eine Aktion gegen die US-amerikanische Bekleidungskette: Männer mit Klamotten einer anderen Marke, die wir hier nicht näher nennen wollen, weil das unnötige Werbung wäre, posierten mit offenen Hemden, stählerner Brust und viel Brusthaar vor der hiesigen A&F-Filiale, um klarzumachen: „Richtige Männer“ shoppen woanders, nämlich bei jener Kraftsportler-Marke.

Das Ganze feierte der Werbebranchen-Dienst „Werben & Verkaufen“ jetzt als gelungene Guerilla-Aktion gegen den „Jugend- Schönheitswahn von A&F“ und führte ein Interview mit dem Inhaber der Werbeagentur, die sich das ausgedacht hatte. Nun haben keine ungepflegten Männer mit Bierbauch an der Aktion teilgenommen, sondern alle sehen eigentlich so aus, als könnten sie auch bei der kritisierten Klamotten-Kette arbeiten. Da fragen wir uns schon, worin der „Protest“ eigentlich besteht und ob hier nicht eher ein Schönheitsideal gegen ein anderes ausgetauscht wurde – obwohl die eigentlich auch gar nicht so fern voneinander sind. Aber Hauptsache, man nutzt die Diskussion um A&F für eigene Werbung und bringt noch ein paar Fotos unter. Und irgendein Branchendienst, Internet-Portal oder Modeblogger springt schon darauf an. (kfe)

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