Teilen und herrschen

(pal). Gerade überrascht die dänische Regierung mit dem Plan, somalische Flüchtlinge in ihr angeblich sicheres Herkunftsland abschieben zu wollen. Überraschend unter anderem deshalb, weil die eigene Factfinding-Kommission sich derzeit nicht traut, sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen – zu gefährlich. Für Somalier, die zurückkehren, gelte diese Einschätzung allerdings nicht, heißt es zur Begründung. Das sei dann doch etwas ganz Anderes, die Hauptstadt und einige andere Orte seien sicher. Erschreckendes Dänemark.
Bei solch beunruhigenden argumentativen Verrenkungen kommt das Werbevideo des größten Senders des Landes, TV 2, gerade recht. In einem Raum sammelt sich eine Reihe unterschiedlicher Gruppen: In weiß gekleidete Krankenschwestern, Anzugträger, schwarzgewandete tätowierte Muskelpakete, Leute vom Land, Stadtkinder, die noch nie eine Kuh gesehen haben, Fußballfans, Einwanderer und so weiter. Sie könnten nicht unterschiedlicher sein. Doch dann werden nacheinander persönliche Fragen gestellt: Wer war ein Klassenclown? Wer ist ein Stiefvater? Wer tanzt gerne? Die Betreffenden stellen sich zu immer neuen Gruppen zusammen – bunt durchmischt, entsprechend dem Titel des Videos “Alles, was wir teilen”. Herzerwärmendes Dänemark.

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