Neuland betreten mit Frau Merkel

Diese Karte bastelte jemand für Facebook.

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(kfe). Nicht mehr Obama ist bei seinem Berlin-Besuch der Star, jedenfalls nicht in diesem Internet, sondern Kanzlerin Merkel. Die sagte am Mittwoch, quasi als Entschuldigung für Überwachungsprogramme wie PRISM und Co.: “Das Internet ist für uns alle Neuland.”
Damit löste Merkel einen unglaublichen Twitter-Sturm aus. Bis 18.30 Uhr gab es unter dem Hashtag #neuland mehrere hundert Tweets, auch #obamainberlin wurde für Witze und Anmerkungen über Merkels Äußerung genutzt, und minütlich kamen mindestens 20 neue hinzu.

merkelneulandpocher“Habe mir dieses #neuland jetzt auch einmal angesehen. Viel zu kompliziert, wird sich sicher niemals durchsetzen!” hieß es da, oder “Wahnsinn: Meine Kutsche fährt ohne Pferde. Meine Lampe brennt ohne Öl. Meine Musik kommt von einer runden Scheibe”. “1492: Columbus entdeckt Amerika. 2013: Angela Merkel entdeckt das Internet”, spottete die NDR-Satiresendung “Extra3″ auf ihrer Facebook-Seite. Die Journalisten-Organisation “Reporter ohne Grenzen” stellte Merkel ein “Online Survival Kit” zusammen, “um in dem unbekannten Terrain überleben zu können”. Eine Nürnberger Kommunikationsagentur gleichen Namens schrieb auf Facebook: “Angie, wir Neuländer helfen dir gern, #Neuland zu betreten. Schau einfach mal auf einen Sprung vorbei!” Sogar Prominente wie Oliver Pocher scherzten per Instagram-Bild (die besten Bilder gibt es übrigens hier). Etliche posteten dieses Simpsons-Video oder das Erklärstück über dieses Internet aus der Sitcom “The IT Crowd”:

Viele fingen gleich das Analysieren an, mit dem Schluss: “In Merkels Worten spiegelt sich die erbärmliche Netzpolitik der Bundesregierung”. Die Piratenpartei nahm Merkels Worte als willkommenen Anlass, um mit einem eigenen Bild darauf zu reagieren und ihre Kompetenz in Sachen Netzpolitik in Deutschland wieder in den Mittelpunkt zu rücken.
piratenneulandAndere Twitter-Usern nahmen einfach das Internet und seine Vorteile in Schutz, wie etwa Julia Probst: “Ich bin diesem #neuland sehr dankbar. Hier werden #Barrieren abgerissen. Menschen lernen sich kennen. Hören sich zu. Helfen sich. Danke!”. Es gab aber natürlich auch Kritiker. “scheinbar nichts verbreitet sich auf twitter schneller als arroganz und damit verbundene schlechte witze.” twitterte etwa User “Herm”. Friedemann Karig schrieb: “Ich behaupte: Den Satz mit dem #Neuland würde eine Mehrheit unterschreiben. DAS ist das Problem, nicht Merkel.” Und eine FB-Userin erwies Merkel wahrscheinlich den größten Dienst, denn sie fand dieses Neuland:

paraguay

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