Neuer Internet-Trend Wubbing – echt oder nicht?

wubbingDie Blogrebellen, ein von mir eigentlich geschätztes Popkultur/Musik-Blog, haben einen neuen Tanz-Trend ausgemacht, der sich gerade in den USA entwickeln soll (und bestimmt bald nach Europa rüberschwappt): das Wubbing. Auch die “Huffington Post” berichtete darüber schon vor zwei Tagen.

Dabei ziehen sich coole Harlem Boys viel zu enge Radlerhosen über, die vorne in der Mitte, na, ihr wisst schon, wo sonst auch was baumelt, dann was Megalanges baumeln haben, der wohl sogenannte “Wub”. Dann machen die B-Boys, was sie sonst auch immer machen, nämlich B-Boying und HipHop-Moves und so, und dabei ist die Kunst wohl, dass es ordentlich wippt. Gern auch im Kreis gegeneinander, wobei ich schon grinsen musste, denn so rein klischeemäßig ist die HipHop- und Breakdance-Szene ja eher nicht so bekannt für homoerotische Posen und Unterstützung der LGBT-Gemeinde. Hier scheint den Jungs noch nicht einmal selbst aufzufallen, wie das rüberkommt. Laut Video-Interview betrachten sie das Wubbing als großen Sport, der auch echt anstregend sei.

Jetzt hatte ich ja nicht die Chance, mit den Wub-Mastern persönlich zu reden. Denn vielleicht ist ja auch alles eine reine, große Ironie-Schiene. Dann würden die Langschwing-Sportler das höchst diszipliniert sehr gut ernsthaft den Medien verkaufen. Vielleicht aber auch nicht. Und dann wundere ich mich schon, dass die Blogrebellen das kein Stück kritisch sehen oder ironisch oder zumindest erwähnen, das andere das kritisch sehen könnten, also genauer gesagt: sexistisch, frauenfeindlich, halt irgendwie politisch inkorrekt, so geschlechterding-mäßig betrachtet. Findet ihr nicht komisch? Dann erklär’ ich es mal aus der anderen, weiblichen Warte aus: Genau, die feministische Sängerin und Aktivistin Peaches trägt ihren überdimensionalen Titten-Schal auch nur einfach so, weil er ihr gefällt, das hat keine Message. Klar, wie blöd das klingt? Zumindest für die Polizei vor Ort war das Gruppen-Rumwippen irgendwie anstößig, die wollte das unterbinden, aber öffentliches Tanzen ist ja nicht verboten.

Man darf also gespannt sein, ob sich da nicht doch noch eine irgendwie alltagspolitische Message ergibt, ob sich andere dem Trend anschließen, oder ob das nicht alles großer Nonsens ist. Es gibt zwar auch eine Wubbing-Website. Aber wer immer hinter der steckt, er oder sie gibt sich große Mühe, geheim zu bleiben, denn die Herkunft wird verschleiert und führte schon über viele andere Seiten, unter anderem die von McDonald’s und den Sender ABC. Aber es gab ja schon andere sinnlose Netz-Video-Trends wie Milking oder Planking – mal sehen, wie lange Wubbing überlebt. (kfe)

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