HVV zwitschert humorvoll im Sturmchaos

In Hamburg-Altona ging am Bahnhof gestern wegen des Orkans gar nichts mehr. Foto: dpa

In Hamburg-Altona ging am Bahnhof gestern wegen des Orkans gar nichts mehr. Foto: dpa

(kfe). Der Hamburger Verkehrsverbund HVV ist anders als andere Verkehrsgesellschaften. In Hamburger Bussen gibt es beispielsweise kostenlos WLAN und jeweils ein Bücherregal mit Stoff zum Lesen während der Fahrt oder zum Tauschen mit dem eigenen ausgelesenen Schmöker. Und: Das Personal ist freundlich. Okay, woanders auch, aber leider ist das ja doch eher nicht die Regel.
Jetzt, wo Orkantief “Christian” in Norddeutschland wütet und viele Zug- und Nahverkehrsverbindungen stört, zeichnen sich die Hanseaten beim HVV durch noch etwas aus: augenzwinkernden Humor. Von wegen unterkühlte Norddeutsche! Seit gestern Nachmittag möchte man aufhören zu arbeiten und nur noch Twitter-Meldungen des HVV lesen. Denn die sind ziemlich komisch; der direkte Kontakt mit den Kunden ist nicht nur schnell und serviceorientiert, sondern auch äußerst amüsant.

hvv1Da heißt es beispielsweise um 13.25 Uhr: “Wir wünschen allen Fahrgästen viel Erfolg beim Heimweg. So ein Herbstspaziergang ist was feines.”. Oder der HVV postet über Twitpic ein Bild des überquellenden Hauptbahnhofs und schreibt dazu: “Nichts los am Hbf”. Auch die Kommunikation mit Nutzern gestaltet sich ähnlich. Da fragt einer, wie es denn mit der S1 Richtungt Westen aussähe und bekommt als Antwort: “leider schlecht. Bleiben Sie ruhig und legen sich flach auf den Boden.”. Gott sei Dank ist der Mann genauso humorvoll und antwortet: “darf ich auch auf’m Sofa sitzen bleiben & GZSZ schauen?”, woraufhin vom HVV prompt kommt: “ja, aber halten Sie die Gänge frei.”. In einem anderen Fall teilen die HVV-Twitterer mit, dass sie jetzt mal die Lage bei der Hochbahn checken. Als jemand nachfragt, wie es da aussieht, kommt als Antwort: “Wir sind noch auf dem Weg. Es fahren ja irgendwie keine Busse.”. Auch Eigenhumor kommt also nicht zu kurz. Und wer meckert, dass die Antwort doch nicht schnell gemug kommt, wird, nun ja, mundtot gemacht: “Entspann Dich, Du Kasper. Betreibst du eine Website mit 80K Zugriffen/m? Wenn nicht, halt Dich raus!” Bei den Usern kommt das gut an. “Ich glaub, @hvvhamburg ist besoffen. Das ist ja sensationell, was da geschrieben wird”, schreibt einer, ein anderer: “Rotwein im Büro und @hvvhamburg folgen: Köstlich!”

Freilich muss man diesen zackigen Humor auch erst mal vertragen können, wenn man gerade seinen Zug oder, noch schlimmer, sein Flugzeug, verpasst hat.

 

Nachtrag 19.40 Uhr:

Die Schärfe mancher Kommentare machte doch ein wenig stutzig – zu Recht: Wie sich herausstellte, handelt es sich bei dem Account @hvvhamburg um einen Fake. Die für die Hamburger U-Bahn zuständige Hochbahn twittert zwar, aber die Verkehrsbetriebe haben als HVV keinen Twitter-Account. Aber: Da hat ein Spaßvogel fast 1000 Followern gestern und heute zwei spaßige Tage im Netzwerk beschert.

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