Fundstück der Woche: Sozialkritischer Banksy entfernt – weil das Bild rassistisch sei

Jetzt nicht mehr da: Banksy-Mural in Clacton-on-Sea. Foto: New Telegraph über Twitter

Jetzt nicht mehr da: Banksy-Mural in Clacton-on-Sea. Foto: New Telegraph über Twitter

(kfe). Eigentlich haben die Briten ja einen coolen Humor. Nicht aber die rechtskonservative und europa-feindliche Partei UKIP. Die sorgte jüngst dafür, dass ein sozialkritisches Wandbild des international renommierten Street-Art-Künstlers Banksy in Clacton-on-Sea im Osten von Essex entfernt werden musste. Begründung: Es sei beleidigend und rassistisch. Genau darum ging es Banksy aber ja: zu zeigen, wie pervers rassistisch und offensiv die jetzige Diskussion um Flüchtlinge und Asylsuchende in Europa geführt wird.

Satire wird eben nicht immer verstanden. Schade nur, dass nicht nur eine politische Diskussion damit im Keim erstickt wird, sondern die UKIP hat damit auch dem Tourismus, der kulturellen Vielfalt und letztlich der heimischen Wirtschaft einen Einschnitt beschert. Denn das Kunstwerk wurde von Experten bereits auf 400.000 Pfund geschätzt. Etwas seltsam hinterher auch die Argumentation des Magistrats, der die Beseitigung veranlasste: Man habe nicht gewusst, dass es sich um ein Kunstwerk und noch dazu von Banksy handele. Merke: Street Art allgemein ist immer noch Sachbeschädigung, egal, wie schön oder politisch. Nur Street Art von Banksy ist wahre Kunst. Immerhin hat der Magistrat Banksy jetzt eingeladen, in der Stadt ein anderes Wandwerk zu sprühen oder zu kleben – aber bitte “on the seaside”, denn da sind die Touristen. Welche Diskussion ist nun die komischere?

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