Endlich frei und schwäbisch sein in Berlin

schwabylonAlso entweder die Autonomen in Berlin müssen sich, nachdem der 1. Mai in Kreuzberg und Friedrichshain ja recht brav geworden ist, eine neue Randalemeile suchen, oder aber die wahren Exil-Wutbürger zeigen nun ihr wahres Gesicht: Auf das Kollwitz-Denkmal an gleichnamigem Platz in Prenzlauer Berg gab es einen Spätzles-Anschlag. Verantwortlich hierfür zeichnen die Spaßvögel, die seit gestern auch die Tumblr-Site “Free Schwabylon” betreiben. Sie fordern einen autonomen schwäbischen Bezirk “Schwabylon” in Berlin und schlagen dafür gleich das Viereck in Prenzlauer Berg zwischen Danziger Straße im Norden, Metzer Straße im Süden, Schönhauser Allee im Westen und Prenzlauer Allee im Osten vor.

Manifest-artig heißt es auf der Seite: “Wir wollen nicht akzeptieren, dass Berliner uns wie Bürger zweiter Klasse behandeln. Während Schwaben an der kulturellen und wirtschaftlichen Zukunft der Stadt arbeiten, siechen Berliner in ihrem
Trotz dahin. Wir fordern die Ausweisung des antischwäbischen Agitators
Wolfgang Thierse aus Schwabylon. Außerdem sollen große Berliner Schwaben gewürdigt werden, weshalb die autonomen Berliner Schwaben auch noch die Umbenennung des Kollwitzplatzes in Einsteinplatz und der Knaackstraße in Hegelstraße fordern.

Irritierend wirkt nur die Farbgestaltung in Gelb und Schwarz. Selbst in der Heimat Ländle weht ja nun ein anderer (politischer) Wind – trauert da etwa jemand im politisch eher chaotischen Wowi-Partylöwe-Berlin der alten, schwarz-gelben schwäbischen Regierung hinterher, die die Arbeit von Künstlern und Großverdienern noch ordentlich zu würdigen wusste?

Wir warten gespannt auf die Äppelwoi-Revolution der Berliner Hessen, die den Spätzle an der Kollwitz-Statue ja noch Handkäs’ aufsetzen können – wahlweise mit Musik oder ohne – und in der “Ständigen Vertretung” sowie allen Neuköllner Eckkneipen die Einführung von Bembeln und Gerippten fordern sowie die Umbenennung der Tucholsky-Straße in “Georg-Büchner-Straße”. (kfe)

Dieser Beitrag wurde unter Klicken abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

One Response to Endlich frei und schwäbisch sein in Berlin

  1. Ich glaub nicht so recht, dass das auch Schwaben waren. Aber sei es drum. Schwarz-Gelb hat nichts mit der politischen Koalition in Stuttgart zu tun, sondern es sind die Landesfarben Baden-Württembergs…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>