Ein Jahr open source leben

Sam Muirheads Logo für sein Projekt, ein Jahr lang open source zu leben.

(kfe). Der in Berlin lebende Neuseeländer Sam Muirhead versucht seit dem 1. August ein unglaubliches Vorhaben zu bewältigen: Er will ein Jahr open source leben, also ohne urheberrechtlich geschützte Produkte, deren Entstehungsbedingungen (Rezepte, Anleitungen etc.) außerdem für jedermann veröffentlicht und frei zugänglich sind (Eine gute, kurze Einführung in open source gibt die Wikipedia, selbst ja auch ein Open-Source-Projekt). Das ist gar nicht so einfach, denn die meisten Lebensmittel kann Muirhead sich nicht einfach kaufen, eine neue Hose müsste er sich mit einer open-source-Nähanleitung und mit über creative-commons-Nutzungsbedingungen erworbenem Stoff selbst nähen. Selbst eine Kaffeetasse kann er sich nicht kaufen, sondern müsste sie sich mit einem 3D-Drucker plotten. Auch die Nutzung des öffentlichen Verkehrssystems ist da so eine Sache – alles Dinge und Handlungen des Alltags, denen man sich vorher nicht bewusst ist.

Vor größere Probleme stellte ihn allein schon das Berichten über sein Vorhaben, denn Muirhead ist passionierter Mac-Nutzer – der Apfel-Computer muss aber in diesem Jahr aus bleiben und durch einen Linux-Rechner ersetzt werden. Zuletzt war er auf der Suche nach einem nicht-kommerziellen Rezept zum Selber-Bierbrauen. Auf Shareable schreibt Muirhead regelmäßig über seine Erfahrungen, außerdem twittert er. “Open Source ist nicht nur lizenzfreie Software, Open Source ist eine Philosophie”, sagt er. Wie Muirhead sein Jahr open source schaffen will, erklärt er – klar, er ist ja Filmemacher - im Video:

Ein anderer Fall, wo open source und die Dokumentation der Anwendung für Furore gesorgt hat, ist der des Italieners Salvatore Iaconesi. Er hat einen Gehirntumor und sucht per open source nach eine Heilung oder zumindest Linderung und teilt über eine Website seine Behandlungsergebnisse als Open Data. Dazu hat er das Format seiner Analysen und Daten gecrackt und alles in übliche Formate konvertiert, außerdem seine Röntgen-Aufnahmen dazugestellt. Nun fordert er Künstler, Musiker, eigentlich jeden, der sich damit beschäftigen möchte, auf, mit den zur Verfügung gestellten Daten ein Kunstwerk zu machen, ein Video, eine Karte, ein Gedicht, ein Spiel oder irgendetwas anderes Kreatives. Iaconesi lehrt Webdesign an der Universität der Künste in Rom und Multi Device Design in Florenz. Von ihm stammt auch die Webseite “Art is open source“.

Auch er erklärt sein Anliegen in einem Video:

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