Apple versucht sich in Diplomatie

Die Inseln im chinesischen Meer tauchen im Apple-Kartendienst doppelt auf (links), rechts die Inselgruppe im Original. (Collage: Julia Lumma, Fotos: Screenshot/dapd)

Apple hat für sein neues Betriebssystem iOS 6, das sowohl im iPhone 5 steckt als auch für den Tabletcomputer iPad heruntergeladen werden kann, einen eigenen Kartendienst eingeführt, der bekanntermaßen einige Fehler aufweist. Im Gegensatz zu dem vorherigen Angebot von „Google Maps“ ist der Dienst nicht ganz zuverlässig: Brücken verschwinden im Nichts, Straßen schmelzen, Ortsmarken sind falsch gesetzt und große Städte nicht vorhanden. Im Netz werden Beispiele gesammelt, so beispielsweise auf der Webseite “The Amazing iOS 6 Maps”.

Doch mit dem eigenen Kartendienst versucht sich Apple auch in Diplomatie. Während China und Japan sich um eine Inselgruppe im chinesischen Meer streiten, schafft Apple Tatsachen und klont diese im eigenen Kartendienst. Die Inselgruppe – in China Diaoyu und in Japan Senkaku genannt – wird einfach in zweifacher Ausführung angezeigt. In Blogs wird längst darüber diskutiert, was diese Botschaft heißen soll. So schreibt ein japanischer Blogger beispielsweise: “Ist das Apples Botschaft an uns Zivilisten, dass wir uns nicht in einen sinnlosen Streit hineinziehen lassen sollen?” Das wäre doch mal eine Botschaft, auf die sich die Welt nun genauso stürzen könnte wie auf das neue iPhone von Apple. (jlu)

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