Schulen und Kindergärten sind gut vorbereitet

Die Marienschule in Dieburg

In den kommenden Jahren entstehen 117 neue Wohnhäuser in Dieburg – dies wird auch Auswirkungen auf die städtischen Bildungseinrichtungen haben. Die Schulen sehen einem möglichen Schüleransturm gelassen entgegen und Dieburgs Bürgermeister glaubt nicht, dass es bei den Kindergärten zu einem Engpass kommt. Allerdings sind die Kapazitäten der Betreuungseinrichtungen für die Kleinsten schon jetzt nahezu erschöpft.

“Die Kindergärten in der Stadt können derzeit 111 Kinder unter und 458 über drei Jahren aufnehmen”, sagt Bernd Beilstein, zuständig für die Kindertagesstätten in Dieburg. Frei seien allerdings nur noch 18 bei den ganz jungen und vier Plätze bei den etwas älteren Kindern. Wenn nun viele Familien mit Nachwuchs in das neue Wohngebiet am alten Campus-Gelände ziehen, könnte es knapp werden.

Die Zahlen lassen aber Spielraum. So verweist Beilstein auf die Kinder, die durch Behinderungen oder andere Beeinträchtigungen besondere Aufmerksamkeit benötigen. Diese beanspruchen in den Statistiken der Stadt fünf reguläre Kindergarten-Plätze. Sollte die Zahl dieser Kinder in den kommenden Jahren sinken, würden die freien Plätze demzufolge stark steigen. Dieburgs Bürgermeister Dr. Werner Thomas sieht keine Schwierigkeiten: “Es sind genug Kindergartenplätze vorhanden.”

Zusätzliche Kapazitäten entstehen außerdem in der Kindertagesstätte St. Martin, die komplett neu gebaut wird. “Zwei neue Gruppen für unter dreijährige Kinder kommen hinzu”, sagt Beilstein. Etwa 30 neue Plätze werden dadurch geschaffen. Wenn dies nicht reicht, wäre das laut Werner Thomas allerdings auch kein Problem: “Mich würde es freuen, wenn die Plätze nicht ausreichen”, sagt der Bürgermeister. Dies hieße nämlich, dass mehr Kinder in Dieburg leben würden. Reagieren könne man darüber hinaus sehr schnell: “Einen Kindergarten kann man in Modulbauweise errichten, der ist dann innerhalb eines Jahres fertig.”

Allerdings wissen die Verantwortlichen der Stadt noch nicht, wer sich künftig in dem neuen Wohngebiet niederlässt. “Das erfahren wir erst, wenn die Leute zum Einwohnermeldeamt kommen”, erklärt Beilstein. “Es können natürlich Familien mit Kindern sein. Aber es ist auch möglich, dass die Menschen nur innerhalb Dieburgs umziehen.”

Lothar Oberle

An den Dieburger Schulen gibt es ebenfalls keine Probleme. “Wir unterrichten derzeit 280 Kinder, vor wenigen Jahren waren es sogar mehr als 300”, sagt Lothar Oberle, Schulleiter der Marienschule. Der allgemeine Trend hat inzwischen auch seine Einrichtung erreicht. “Die geburtenschwachen Jahrgänge kommen jetzt durch.” Trotzdem wolle er sich nicht beklagen – man sei gut ausgelastet.

Durch das neue Wohngebiet in Dieburg erhofft sich der Pädagoge dennoch eine Trendwende. “Als Leiter wünsche ich mir natürlich immer, dass meine Grundschule voll ist.” Die erforderlichen Kapazitäten dafür könne man ohne Probleme aufbringen.

An der Alfred-Delp-Schule werde aus Platzmangel schon heute vereinzelt in Containern unterrichtet, sagt Schulleiterin Ursula Krell und ergänzt: “Wir nutzen auch zehn Räume in der leerstehenden Gutenbergschule.” Akuter Handlungsbedarf bestehe allerdings nicht. Bis sich die neue Bewohnerstruktur in Dieburg auf die Schule auswirke, werde es noch “einige Jahre dauern”, sagt Krell. Dies liegt laut der Pädagogin vor allem daran, dass es sich bei der Schule um ein reines Oberstufengymnasium handelt.

“Ich gehe davon aus, dass vor allem junge Familien in das neue Wohngebiet ziehen”, sagt Krell. Für Dieburg sei das Neubaugebiet ein Glücksfall. “Das Wohngebiet wird sich positiv auf den Standort auswirken, da die Gemeinde dadurch aus eigener Kraft ihre Bildungseinrichtungen befüllen kann”, erklärt die Schulleiterin. Andernfalls würde früher oder später zwangsläufig die Forderung aufkommen, das Gymnasium an einen anderen Ort zu verlegen.

Text und Fotos: Timo Niemeier

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