„Wohnen im Park“ – Der neue Stadtteil in Dieburg

Marc Hiltrop

Der Architekt Marc Hiltrop ist in Dieburg aufgewachsen und blieb der Stadt bis heute treu. Nun hat er sich auch ein Grundstück für „Wohnen im Park“ gesichert. Einige seiner Kunden werden ebenfalls dort bauen. Im Interview erzählt er uns, was seine Beweggründe für den Kauf waren und wie das Gelände dort einmal aussehen soll.

Herr Hiltrop, Sie sind in Dieburg aufgewachsen. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit der Stadt und dem Campusgelände?
Ich bin in Dieburg am Forst aufgewachsen. Dieses Gebiet liegt quasi direkt nebenan. Am Teich habe ich dort als kleiner Junge Schlittschuhlaufen gelernt. Es war so etwas wie unsere Spielecke. Sonntags nach der Kirche sind wir immer in die Mensa gegangen, das war ein festes Ritual von uns. Als ich dann etwas älter war, habe ich gerne die Fastnachtsfeiern oder die Hoffeste dort besucht. Außerdem gab es auch eine Kegelbahn, die oft genutzt wurde. Im Vergleich zu heute war also immer etwas los.

Sie persönlich haben bereits ein Grundstück für „Wohnen im Park“ erworben. Was waren Ihre Beweggründe hierfür?
Da ich dort in der Nähe aufgewachsen bin und das Gelände mit seinen Vorzügen sehr gut kenne, fiel die Entscheidung, dort ein Grundstück zu kaufen, relativ leicht. Ich hatte auch Einsicht in den Bebauungsplan und mir gefiel, dass eine lockere Bebauung vorgesehen ist. Die Wohndichte ist nicht zu eng. Mit diesen Argumenten konnte ich letztlich auch meine Frau überzeugen, uns dort ein Grundstück anzuschaffen.

Können Sie mehr Details zum Bebauungsplan nennen?
Es sollen Einfamilienhäuser und Doppelhäuser entstehen. Es wurde von Anfang an festgelegt, dass es nicht mehr als 170 Wohneinheiten geben sollte. Nun sind insgesamt 117 vorgesehen. Die Menschen, die sich dort ansiedeln möchten, haben gewisse Freiheiten in der Architektur. Die Häuser können individuell gestaltet werden und Dinge wie Dachneigung, Dachflächen und auch die Bauart sind jedem selbst überlassen.

Sind Ihnen ähnliche Bauprojekte dieser Art in Dieburg und Umgebung bekannt?
Es gibt weitere Baugebiete wie die Aubergenville Allee oder die Theobalds-Häusschen in Dieburg. Hier wurde allerdings eine wesentlich dichtere Bebauung gewählt. Außerdem befinden sich diese Wohnanlagen eher außerhalb der Stadt, in nicht so attraktiver Lage. Dies sind wohl auch die Gründe dafür, weshalb sich diese Baugebiete nicht ganz so gut entwickelt haben. Wir haben dort viele Anregungen bekommen was man besser machen könnte. Ein Projekt wie „Wohnen im Park“ gab es in dieser Form – zumindest hier in Dieburg – seit über 30 Jahren nicht mehr.

Viele der Grundstücke für das Neubaugebiet sind bereits verkauft oder reserviert. Worin sehen Sie die Gründe hierfür?
Es gab seit vielen Jahrzenten kein vergleichbares Projekt dieser Art mehr in Dieburg. Wir haben hier ein sehr hochwertiges Baugebiet mit vielen Grünflächen und Parkanlagen erhalten. Außerdem heißt Dieburg nicht ohne Grund Garten und Parkanlagenstadt. Die Grundstücke sind um die 400 Quadratmeter groß und größer. Ich finde der Bebauungsplan ist meines Erachtens sehr locker gehalten. Außerdem ist die Lage sehr gut – mitten im Grünen und doch in der Stadt.

Das ganze Projekt nennt sich „Wohnen im Park“. Dies lässt darauf schließen, dass es viele Grünflächen geben wird. Wie sind diese genau im Bebauungsplan verankert?
Es gibt zwei große Grünflächen. Im Bereich der Mensa, also am Schnittpunkt zum Campusgelände der Fachhochschule, gibt es ein Kunstwerk und eine große Wiese. Dies soll ein öffentlicher von der Stadt gepflegter Bereich werden. Ein weiterer, etwas kleinerer Bereich, ist bei der ehemaligen Sportanlage. Dieser verfügt ebenfalls über einen kleineren Teich, der, soweit es meinen Kenntnissen entspricht, renaturiert und neu bepflanzt wird. Ebenso sind an den Straßen und zwischen den Grundstücken Beete und kleine grüne Inseln mit Bäumen vorgesehen.

Haben Sie selbst Kunden, die sich dort ein Grundstück angeschafft haben?
Ja. Bisher sind es insgesamt drei Kunden, die dort ein Grundstück gekauft haben und dort bauen wollen.

Wie denken Sie wird sich das Neubaugebiet entwickeln und in welche Richtung wird es gehen, was die Architektur der Häuser betrifft?
Dies hängt zum einen von den Leuten ab, die dort hinziehen und zum anderen natürlich an uns Planern. Wir können versuchen, alles in eine bestimmte Richtung zu lenken. Letztlich ist aber aufgrund des Bebauungsplanes recht viel unvorhersehbar. Ich persönlich würde mir wünschen, dass dort einige Gebäude im Bauhausstil entstehen und es insgesamt recht einheitlich wird. Ich denke auf jeden Fall, dass es eine schöne Ecke wird, die Dieburg gut tut.

Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Christian Bunke
Foto: Christian Bunke

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