Der lange Weg zum Neubaugebiet

Mit dem geplanten Neubaugebiet neben dem Hochschulcampus gewinnt Dieburg einen kleinen Stadtteil hinzu. Die Entscheidung, die unbewohnten Wohntürme neu zu nutzen, war dabei ein langwieriger Prozess. Ein Überblick über die fast dreijährige Planungsphase.

117 Parzellen mit einer jeweiligen Größe von 400 bis 950 Quadratmeter, aufgeteilt in 14 Baufelder auf einer Fläche von etwa elf Fußballfeldern. Das sind die Zahlen des Neubaugebietes Campus Dieburg. Fast drei Jahre hat es gedauert, bis die Planung unter der Schirmherrschaft von Corpus Sireo, dem Immobilienverwalter der Deutschen Telekom, abgeschlossen war. Den Käuferzuschlag erhielt die Arbeitsgemeinschaft Dieburg – bestehend aus dem Tiefbauunternehmen Aumann und dem Projektentwickler Früchtenicht.

Dabei musste das brachliegende Geländer zunächst für Käufer interessant gemacht werden, erklärt Sascha Querbach von Corpus Sireo. Dazu sei ein Bebauungsplan erstellt worden. “Anhand eines solchen Rahmenplans werden Details ausgearbeitet”, erläutert er. Ein solches Detail sei beispielsweise die Mindestrgröße der Grundstücke. Oder die maximale Anzahl von Wohnungen pro Gebäude.

Den Bebauungsplan habe man dabei unter Architektenbüros ausgeschrieben, sagt Querbach. “Die konnten ihre Konzeptideen einreichen.” Den besten Eindruck hinterließ dabei “happarchitecture”, die sich gegen die elf Mitbewerber durchsetzten. Mit der Entscheidung für die Frankfurter Architekten habe auch die Entwurfsphase begonnen. Für Querbach ein bedeutender Moment. “Wir haben versucht die Bürger und Träger öffentlicher Belange ab da mit einzubeziehen”, betont der Projektleiter.

Mit der Stadt Dieburg wurde der fertige Entwurf anschließend überarbeitet. Gemeinsam suchten Stadt und Immobilienverwalter nach Kompromissen in Sachen Natur- und Denkmalschutz. So ist im Bebauungsplan unter anderem festgelegt, dass die beiden östlich gelegenen Teiche sowie das angrenzende Waldgebiet entlang der Kreisstraße 128 erhalten bleiben. Auch die Campuswiese, die unter Denkmalschutz steht, ist geschützt.

Bei einer letzten Offenlage des Planes, hätten die Dieburger abermals Gelegenheit gehabt, Bedenken zu äußern. Danach sei die Planungsphase in die finale Runde gegangen. Das Konzept wich einem festen, “mehrere hundert Seiten dicken Planwerk”. Darin sei der vorangegange Prozess festgehalten, sagt Querbach. “Alle Untersuchungen und Beschlüsse wurden aufgenommen.” Nach einer letzten Prüfung durch das Regierungspräsidium wurde das Planwerk am 31. März 2011 mit der Unterschrift des Bürgermeisters verabschiedet und damit rechtskräftig.

Am Jahresende sei schließlich der Kaufvertrag mit der Arge Dieburg abgeschlossen worden. Die Richtlinien des Bebauungsplans hätten die Unternehmen Früchtenicht und Aumann im Endeffekt aber gar nicht ausgenutzt. Statt den erlaubten 240 Parzellen stellten die Investoren das Konzept auf den Kopf und entschieden sich  für großzügig angelegte Grundstücke, auf denen vornehmlich Einfamilienhäuser gebaut werden können. Diese sind seit Januar dieses Jahres zu kaufen.

Link: http://www.nbg-campus-dieburg.de/

Text: Anne Neukirchner

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