Von Hotelcharakter bis Baustellensiedlung

Baustelle Dieburg - "Mittagessen auf dem Balkon ist nicht mehr möglich"

Lärm, Schmutz und Kopfzerbrechen bringt der Abriss der Wohntürme der alten Telekom-Hochschule den Anwohnern in der Max-Planck-Straße 4 in Dieburg. Die Baustelle hält die grünen Wohnblocks im Klammergriff. Ein Erlebnisbericht aus Sicht der Bewohner.

Seit Ende Februar ist für uns Mieter nichts mehr mit Ausschlafen. Um 7 Uhr beginnen die Arbeiten an der Baustelle. Im Norden ist der Eingang zur Baustelle, wo alle Maschinen morgens anrücken und sich dann auf dem Gelände verteilen. Spätestens nach einer halben Stunde ist überall reges Treiben.

„Mittagessen auf dem Balkon ist nicht mehr möglich, weil man ständig den Sand und Staub im Gesicht hat“, klagt eine der Bewohnerinnen, nachdem ihr Versuch scheiterte, einen freien Tag auf dem Balkon zu verbringen. „Schlimm genug, dass man geweckt wird, aber Mittagspause könnten die Arbeiter doch wenigstens machen. Es ist ja auch erst abends gegen 20 Uhr wieder ruhig.“ Und das mindestens fünf Tage die Woche – von Montag bis Freitag und manchmal sogar noch am Samstag.

Zusätzlich zu Baulärm und Staub plagt die Anwohner noch die Sorge um Asbest. „Wenn Asbest schädlich ist, sind wir dann nicht auch davon betroffen? Wir wohnen direkt daneben.“ Solche Fragen werden immer häufiger in der Küche diskutiert. Zu einem Ergebnis ist man in dem Gemeinschaftsraum jedoch nicht gelangt.

Das Wohnheim mit den sieben Hausabschnitten wurde 1983 im Auftrag der Daheim-Wohnen-GmbH errichtet. Zu dieser Zeit wurde es hauptsächlich von Leuten gemietet, die Schulungen in der Umgebung besuchten. Mit Hoteleigenschaften wie Zimmerreinigung und zur Verfügung gestellter Bettwäsche war das Gebäude eine beliebte Unterkunft. Die Viterra AG übernahm 2003 das Gelände und sanierte das Wohnheim. Die meisten der jetzigen Anwohner sind Studierende und leben hier, weil die Miete im Verhältnis gesehen günstig ist.

Die Abrissarbeiten auf dem alten Telekomgelände sollen gegen Ende des Jahres abgeschlossen sein. Danach wird auf dem Telekomgelände ein neues Projekt angeführt. „Wohnen im Park“ beinhaltet den Bau von 117 Grundstücke, umgeben von einer schönen Landschaft.

Text: Janina Jalink
Foto: Christian Bunke

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