Unzufrieden mit dem Bebauungsplan

Grünen-Politiker Herbert Nebel

Seit dem 2. April 2011 ist der Bebauungsplan „Campus“ offiziell rechtskräftig. Doch in der Dieburger Kommunalpolitik sieht nicht jeder den Plan als ausgereift. Herbert Nebel von den Grünen in Dieburg erklärt, warum seine Partei dagegen gestimmt hat.

Während SPD, CDU und FDP bei der Sitzung der Stadtverordneten im April 2011 für den Bebauungsplan am Campus stimmten, entschieden sich die Grünen und die Unabhängige Wählergemeinschaft Dieburg (UWD) dagegen. „Wir waren nicht gegen das Projekt, jedoch hätten wir es gerne anders gestaltet“, sagt Nebel. Der Jurist ist in der Fraktion der Grünen zuständig für Umwelt, Energie und Verkehr. In der Konzeption des Plans sieht er große Lücken. „Es hätte zum Beispiel verbindliche Vorgaben für Brennstoffe und die Dachausrichtung geben müssen.“ Nach Ansicht der Grünen sei ein neues Baugebiet in der Nähe des Campus nicht zwingend notwendig gewesen.

Laut Nebel ist es in der Regel die Aufgabe der Kommune, einen Plan aufzustellen und Vorgaben zu machen. „In diesem Fall ist es aber ganz anders gelaufen. Die Hochschule, das Land Hessen und die Telekom haben einen Vertrag geschlossen, der zu Lasten der Stadt fällt.“ Demnach stehe für die Telekom der Wert des Geländes und der Profit im Vordergrund. Dennoch: Änderungen am Bebauungsplan gibt es. „Eine Veränderung hatte ich schon vor sechs Monaten prognostiziert. Mittlerweile ist im Plan festgesetzt, dass mehr Bäume erhalten werden. Für den Investor ist dieser Punkt wichtig, damit er die Grundstücke hochwertig halten kann. Und ich denke, dass es sich hierbei nicht um die letzte Änderung handelt“, so der Jurist.

Doch im Erhalt der Bäume sieht Nebel momentan nur einen der wenigen Vorteile im Projekt. „Wir stehen für eine organische Entwicklung der Stadt. Im Jahr 2012 sollten Wohngebiete so modern wie möglich und nicht im Stil der neunziger Jahre gebaut werden.“ Nach Vorstellungen der Grünen müssen die Inhalte des Bauplans anders aussehen. Zum einen würde man die Lasten für die Stadt minimieren, zum anderen die Bebauung viel ökologischer gestalten. „Die Idee der SPD, einen Wohnungsbau für andere soziale Schichten zu errichten, hätten wir auch mitgetragen. Leider sind Geschosswohnungsbauten kaum gefragt. Deshalb bleibt es dabei, dass die Grundstücke zum höchsten Preis verkauft werden.“

Auch wenn die Wohntürme in naher Zukunft weichen werden, so kann Nebel zumindest eins versichern: „Der Hochschulstandort wird zweifellos bleiben. Bürgermeister Dr. Werner Thomas und auch alle Parteien wissen die Hochschule zu schätzen.“

Hier (PDF) geht es zum Bebauungsplan.

Text und Foto: Marcel Cichon

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2 Antworten auf Unzufrieden mit dem Bebauungsplan

  1. Häuslebauer sagt:

    Wir sind selbst Käufer eines Grundstückes am Campus und nicht nur für uns war eine freigestellte Dachform einer der ausschlaggebenden Punkte für einen Grundstückskauf. Das Traumhaus mit entsprechender Dachform in Dieburg bauen zu können wird nach Jahren endlich möglich. Man sollte aus den städtebaulichen Sünden (nur rote Satteldächer etc.) in Dieburgs Westen gelernt haben und auch mal anderen Haustypen offen gegenüber stehen…

  2. DerMixer sagt:

    Wundert mich jetzt wenig das die Grünen dagegen waren, wenn sie nciht alles vorschreiben dürfen…
    Aber zum Glück hat das mit dem verbieten hier nicht geklappt…

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